Abschiede vom Unrecht 978-3-16-154136-0 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Joachim Rückert

Abschiede vom Unrecht

Zur Rechtsgeschichte nach 1945

149,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-154136-0
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Abschiede vom Unrecht ist bis heute das beherrschende Thema der Zeitgeschichte des Rechts und seiner Wissenschaft nach 1945. Der Band bietet dazu 19 Studien in den drei Abschnitten: Bilanzen, Methoden- und Verfassungswandel sowie Alternativen. Er enthält Wissenschaftstheorie ebenso wie Wissenschafts- und Methodengeschichte, Realgeschichte und Rechtsgeschichte mit ihren Kontexten. Zugleich betont Joachim Rückert die allgemeine und rechtsdogmatische Vergangenheitspolitik nicht nur im Rechtsgeschichtsfach. Sie bewusst zu machen und aus deren Fesseln zu befreien ist ein Anliegen des ganzen Bandes.
Der vorliegende Band versammelt 19 Studien: Bilanzen, Methoden- und Verfassungswandel, Alternativen. Darin untersucht Joachim Rückert die Rechts- und Zeitgeschichte als Wissenschaft, Schlüsselbereiche wie Richterrecht, Abwägung als neueren Methodenprimus und die Legenden zur juristischen Methodengeschichte seit Savigny, umstrittene Phänomene wie die rechtliche Beseitigung des Deutschen Reiches 1945, die Giordano-Frage einer »zweiten Schuld« unserer Väter, die NS-Verarbeitung durch Justiz und erstmals aus den Personalakten auch die NS-Belastung des Bundesjustizministeriums nach 1949. Als »Alternativen« bedacht werden die pionierhafte Hessische Verfassung von 1946, die DDR-Justiz, die neue Sozialstaatsjurisprudenz nicht erst seit 1945, die disparate Transformation der Diktaturen in Europa, die neue Juristenausbildung 1974–84, den großen Wandel in Sachen Mitbestimmung und nicht zuletzt die erstaunliche Einseitigkeit unserer »großen Erzählungen« der Rechtsgeschichte.Kritisch betont der Autor die gängige Vergangenheitspolitik nicht nur im Rechtsgeschichtsfach. Aus deren Fesseln zu befreien ist sein Anliegen.
Abschiede vom Unrecht wird ein Paar bilden mit Unrecht durch Recht. Unrecht im Recht und durch Recht vor 1945 und Abschiede vom Unrecht sind die beiden prägenden Phänomene der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und nach wie vor das Thema der Zeitgeschichte. Nicht nur das Grundgesetz nahm vor allem auch Abschied. Die 19 Beiträge widmen sich dem Faktor Recht in dieser Geschichte. Es geht dabei nicht um die Beschwörung einer besonderen Betroffenheit, sondern um Analysen zu durchweg unerschlossenen historischen Vorgängen von zentraler Bedeutung. Die Rechtsstruktur verdient besonders Interesse als ein so vieles entscheidender und besonders dauerhafter historischer Faktor.
Personen

Joachim Rückert war seit 1984 Lehrstuhlinhaber für Zivilrecht und Rechtsgeschichte in Hannover; 1993–2010 in Frankfurt/Main, nach dem VW-Stiftungslehrstuhl seit 1998 mit der Widmung Neuere Rechtsgeschichte, Juristische Zeitgeschichte, Zivilrecht und Rechtsphilosophie.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Der Staat — 2016, 146–148 (Walter Pauly)
In: Die Öffentliche Verwaltung — 2016, 692 (Hans-Christof Kraus)
In: Goltdammer's Archiv für Strafrecht — 2019, 232–234 (Moritz Vormbaum)
In: European Journal on History of Law — 2017, 160 (Andreas Raffeiner)
In: Archiv für die civilistische Praxis — 2017, 696–705 (Benjamin Lahusen)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2018, 598–603 (Hubert Rottleuthner)
In: Lo Stato — 2018, 636–638 (Agostino Carrino)