Theologie

Katharina Wörn

Ambiguität

Paul Tillichs Begriff der Zweideutigkeit im Kontext interdisziplinärer Debatten

2022. XII, 421 Seiten.

Dogmatik in der Moderne 38

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ISBN 978-3-16-161721-8
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Über die Grenzen der Wissenschaftswelt hinaus ist Ambiguität zu einer zentralen Kategorie für die Beschreibung moderner Lebensrealität geworden. Katharina Wörn erweitert die aktuellen, interdisziplinären Debatten um das Verhältnis von Ambiguität, Moderne und Religion um einen theologischen Begriff von Ambiguität. Dafür erschließt sie erstmalig grundlegend den Begriff der Zweideutigkeit im Werk von Paul Tillich.
Ambiguität ist über verschiedene Wissenschaftsdisziplinen hinweg und bis in die Populärkultur hinein ein Begriff mit Konjunktur. Verbunden mit der Forderung nach Ambiguitätstoleranz ist er längst zu einer Chiffre für die Beschreibung der gegenwärtigen Lebensrealität und ihrer Herausforderungen avanciert. Katharina Wörn erarbeitet die interdisziplinären Debatten um das Verhältnis von Ambiguität, Moderne und Religion und erweitert sie um einen theologischen Begriff von Ambiguität. Dafür erschließt die Autorin erstmalig grundlegend den Begriff der Zweideutigkeit im Werk des Theologen und Religionsphilosophen Paul Tillich (1886–1965) in seiner werkgeschichtlichen Genese. Die Arbeit stellt damit eine Detailstudie zu einem theologischen Klassiker und zugleich einen Beitrag zur sozial- und kulturwissenschaftlichen Ambiguitätsforschung aus theologischer Perspektive dar.
Inhaltsübersicht
I. Ambiguität interdisziplinär. Begriffe und Diskurse
1. Ambiguität, Ambivalenz, Zwei- und Vieldeutigkeit. Begriffliche Koordinaten
2. Ambiguität als Signatur der Moderne. Soziologische Diagnosen
3. Die ambige Verfasstheit von Religion. Aktuelle Kontroversen
4. Problemstellungen für die werkgeschichtliche Rekonstruktion

II. Ambiguität als Zweideutigkeit. Eine werkgeschichtliche Rekonstruktion
1. Paul Tillich als Denker von Ambiguität
2. Die Anbahnung der Zweideutigkeit. Die Schriften der frühen Nachkriegszeit (1919–1924)
3. Die Etablierung der Zweideutigkeit als religionstheoretische Denkfigur. Die Dresdener Dogmatik (1925–1927)
4. Zwischenzeiten. Die Weiterentwicklung der Zweideutigkeit in drei Linien (1927–1958)
5. Ambiguity als kulturanalytischer Grundbegriff. Die Systematic Theology/Systematische Theologie (1951–1963)
6. Ambiguität als adaptive Schlüsselkategorie. Ein Fazit

III. Ambiguität theologisch. Paul Tillichs Beitrag zum interdisziplinären Ambiguitätsdiskurs
1. Ambiguität als Zweideutigkeit. Begriffliche Verortung
2. Zweipoligkeit statt Pluralität. Ambiguität als Signatur der Moderne
3. Ambiguitätstoleranz durch ungefährliche Eindeutigkeit. Die ambige Verfasstheit von Religion
4. Schlussfolgerungen für den interdisziplinären Diskurs
Personen

Katharina Wörn Geboren 1988; 2008−16 Studium der Ev. Theologie und Religionswissenschaft in München, Heidelberg, Yale University, USA; 2014 Master of Arts, Yale University; 2016 1. Theol. Examen; seit 2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Friedrich-Schiller-Universität Jena; 2020 Promotion.

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