Anwälte und ihre Geschichte 978-3-16-150757-1 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Anwälte und ihre Geschichte

Zum 140. Gründungsjahr des Deutschen Anwaltvereins
Hrsg. v. Deutschen Anwaltverein

2011. XV, 1242 Seiten.
144,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-150757-1
lieferbar
Insgesamt 56 Autoren ersten Ranges haben zu 140 Jahren Deutscher Anwaltverein die mit diesem eng verbundene Geschichte der deutschen Anwaltschaft nachgezeichnet. Daraus ist kein Lexikon, wohl aber ein Lesebuch entstanden, das Einheit und Vielfalt dieses ungewöhnlichen Berufs lebendig wiedergibt.
Zum 140. Gründungsjubiläum des DAV legen 56 Autoren ersten Ranges aus Wissenschaft und Praxis mit »Anwälte und ihre Geschichte« eine Autobiographie der Anwaltschaft vor. Nicht der Historiker beugt sich über einen fremden Forschungsgegenstand, sondern Anwälte geben ihre eigene Geschichte wieder. Daraus entstand die Binnensicht einer Wirkungsgeschichte, die den Rechtsanwalt unserer Epoche als »Schuldner vergangener Jahrhunderte« ( Fr. Schiller) hervorgebracht hat.
Anders als die bisherigen Gesamtdarstellungen von Adolf Weißler (1905), Fritz Ostler (1971) und Felix Busse (2010) stellt nicht ein einzelner Autor in einem Kompendium die gesamte Geschichte der deutschen Anwaltschaft vor. Vielmehr wenden sich einzelne Autoren besonderen historischen Entwicklungen zu. Daraus ist kein Lexikon, wohl aber ein Lesebuch über die Geschichte der deutschen Anwaltschaft entstanden, das Einheit und Vielfalt dieses ungewöhnlichen Berufs lebendig wiedergibt und das die stürmischen Einflüsse aus Verfassungs- und Gemeinschaftsrecht nachzeichnet, die in wenigen Jahrzehnten aus einem fest gefügten einen volatilen Anwaltsberuf gemacht haben, dessen Konturen in immer kürzeren Abständen neu bestimmt werden müssen. Ohne Erinnerung würde diese Ortsbestimmung Flickwerk bleiben. Das Werk ist für viele neugierige Leser inner- und außerhalb der Anwaltschaft als Anstoß gedacht und soll Nachahmer finden, damit Anwaltsgeschichte auch künftig Teil des anwaltlichen Bildungskanons sein wird.
Inhaltsübersicht
1. Epochen
1.1 Der gelehrte Anwalt
1. Bernd Kannowski: Die Ritter der Gerichte an der Schwelle von mündlicher zu schriftlicher Rechtskultur
2. Anette Baumann: Die Advokaten und Prokuratoren am Reichskammergericht
3. Wolfgang Sellert: Die Agenten und Prokuratoren am Reichshofrat
4. Mathias Schmoeckel: Notare und Anwälte

1.2 19. Jahrhundert
5. Carl-Peter Fichtmüller: Liberalismus und Anwaltschaft im 19. Jahrhundert
6. Jörg-Detlef Kühne: Umbruch der Anwaltschaft: Beginn der Selbstorganisation -
Deutschland und Frankreich
7. Norbert Gross: Die Anwaltschaft am Reichsgericht – Herkunft, Entwicklung, Untergang
8. Hubert Treiber: Professionalisierungskonzept und Formierung der Anwaltschaft
(1830–1870)

1.3 Weimarer Republik
9. Ute Döpfer: Die Grundlagen der Verteidigung im Diskurs des 19. und 20. Jahrhunderts – Kontinuität und Wandel
10. Tillmann Krach: Viel Glanz und große Not – Die Lage der deutschen Anwaltschaft am Ende der Weimarer Republik
11. Marion Röwekamp: Die Zulassung von Frauen zur Anwaltschaft

1.4 Zeit des Nationalsozialismus
12. Barbara Dölemeyer: Gleichschaltung und Anpassung der Anwaltschaft
13. Simone Ladwig-Winters: Vertreibung und Verfolgung jüdischer Anwälte
14. Joel Levi: Die Arisierung jüdischer Anwaltskanzleien
15. Joachim Castan: Der Anwalt Hans Calmeyer in den besetzten Niederlanden

1.5 Bundesrepublik
16. Hinrich Rüping: Die Freiheit der Advokatur im politischen Umbruch 1945
17. Louis Pahlow: Anwaltschaft und Rechtswissenschaft nach 1945
18. Norbert Gross: Die Anwaltschaft beim Bundesgerichtshof – Neuanfang, Funktion, Bestand
19. Mechtild Düsing und Stefanie Loroch: Die Lage der Anwältinnen nach 1945 in der Bundesrepublik und in der DDR
20. Rainer Hamm und Regina Michalke: Funktionswandel der Strafverteidigung
21. Joachim Lampe: Verteidigung in den RAF-Prozessen – Die Sicht des Anklägers
22. Rupert von Plottnitz: Verteidigung in den RAF-Prozessen – Die Sicht des Verteidigers

1.6 Deutsche Demokratische Republik
23. Karl Wilhelm Fricke: Praxis der Anwaltstätigkeit in der SBZ und in der DDR
24. Karl A. Mollnau: Normierung der Anwaltstätigkeit in der DDR
25. Bernhard Dombek: Zusammenführung der Anwaltschaft Ost und West

2. Entwicklungen
2.1 Anwaltliche Selbstverwaltung
26. Werner Schubert: Die Rechtsanwaltsordnung 1878 bis 1936
27. Heiko Morisse: Von der Ehrengerichtsbarkeit zur Anwaltsgerichtsbarkeit
28. Hans-Jürgen Rabe: Der Deutsche Anwaltverein
29. Wieland W. Horn: Die Wiedererrichtung der Anwaltskammern nach 1945
30. Hartmut Kilger: Zur Geschichte der Anwaltsversorgung

2.2 Aspekte des Anwaltsberufs
31. Georg Greißinger: Die Beratungshilfe – ein sozialer Beitrag der Anwaltschaft
32. Matthias Kilian: Die Vergütung des Rechtsanwalts
33. Wolfram Schröder: Zur Geschichte der Hülfskasse
34. Michael Quaas: Standesregeln für den Rechtsanwalt – Aufbau und Abbau
Personen

Der Deutsche Anwaltverein Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2015, 528–531 (Arno Buschmann)
In: Das Historisch-Politische Buch — 2012, 404–405 (Herbert Elzer)
In: Zeitschr. f. Neuere RechtsG — 2012, 336–337 (Lukas Gschwend)
In: Recht und Politik — 2011, 250–254 (Christian Busse)
In: Neue Juristische Wochenschrift — 2011, 2632 (Günter Hirsch)
In: FAZ – Wirtschaftsbücher — 03. August 2011, S. 19 (Joachim Jahn)
In: Berliner Anwaltsblatt — 2011, Heft 7, XXX (Uwe H. Schneider)
In: Justament — Mai 2012, 19 (Oliver Niekiel)
In: Österreichisches Anwaltsblatt — 2013, 454–455 (Michael E. Sallinger)