Blasphemie 978-3-16-159551-6 - Mohr Siebeck
Religionswissenschaft

Blasphemie

Anspruch und Widerstreit in Religionskonflikten
Herausgegeben von Matthias D. Wüthrich, Matthias Gockel und Jürgen Mohn

2020. XI, 437 Seiten.
erscheint im September

Religion: Debatten und Reflexionen 1

84,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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ISBN 978-3-16-159551-6
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Seit zwei Jahrzehnten lässt sich eine irritierende Wiederkehr des Blasphemievorwurfes beobachten. Der vorliegende Sammelband unternimmt den Versuch, das Phänomen der Blasphemie in Geschichte und Gegenwart in einem multiperspektivischen Zugang aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen wahrzunehmen und zu analysieren.
Seit zwei Jahrzehnten lässt sich eine irritierende Wiederkehr des Blasphemievorwurfs beobachten. Man denke etwa an den dänischen Karikaturenstreit oder den Terroranschlag auf Charlie Hebdo 2015 in Paris. Die entsprechenden politischen und juristischen Debatten betreffen gegenwärtig insbesondere Blasphemieparagraphen in den Rechtsordnungen. Doch das Phänomen der Blasphemie ist facettenreicher, als es dabei oft wahrgenommen wird. Denn »Blasphemie« ist kein objektiv vorliegender Tatbestand, sondern entspricht einem komplexen Deutungsmuster, das religionsspezifisch und interreligiös unterschiedliche Ausprägungen erfahren hat. Der vorliegende Sammelband reflektiert das Phänomen der Blasphemie in Geschichte und Gegenwart in einem multiperspektivischen Zugang. Die Thematik wird sowohl im Kontext von Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus als auch im Kontext von Jurisprudenz und Kunst aus der Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen analysiert.
Inhaltsübersicht
Begriffliche und theoretische Reflexionen
Reinhold Bernhardt: Begriff und Begriffsgebrauch von 'Blasphemie' – Jürgen Mohn: Die Medien der Blasphemie: Religionswissenschaftliche Beobachtungen und religionspolitische Überlegungen – Jean Pierre Wils: Das »imaginäre Verbrechen« – Über die Zukunft der Blasphemie – Jens Köhrsen: Abseits der Betroffenheit: Blasphemie als Aushandlung von sozialer Ordnung

Biblisch-historische Perspektiven
Hans-Peter Mathys: Blasphemie im Alten Testament – Moisés Mayordomo: Jesus als Gotteslästerer. Überlegungen zur Blasphemie und zum Blasphemievorwurf in Mk 2,1–12 und 14,55–65 – Martin Wallraff: Das Spottkruzifix vom Palatin. Der älteste Fall antichristlicher Blasphemie

Gegenwartsbezogene christlich-theologische Perspektiven
Andreas Heuser: Aufstand gegen die 'Giganten Gottes': ein Pentekostal-Islamischer Blasphemiestreit in Ghana und die Erosion der Theologie der Anklage – Georg Pfleiderer: »Die Sünde wider den Heiligen Geist«. 'Blasphemie' in der protestantischen Dogmatik – Rolf Schieder: Wem nützen und wen schützen Blasphemiegesetze?

Judentum
Alfred Bodenheimer: Der eingesperrte Gott. Das Heiligtum als Blasphemie in Yishai Sarids Roman »The Third« – Erik Petry: »Ich darf das, ich bin Jude.« – Über jüdische Witze, Blasphemie und Antisemitismus

Islam
Klaus von Stosch: Christliche Zugänge zur Blasphemie im Islam – Rifa'at Lenzin: Lachen verboten? Islam und Blasphemie

Asiatische Religionen
Michael Hüttenhoff: Beobachtungen und Gedanken eines protestantischen Theologen zu Blasphemie-Konflikten im Kontext des Hinduismus – Christoph Kleine: Die Verunglimpfung des Dharma als Todsünde. Über die Grenzen der Toleranz im japanischen Buddhismus

Kunst
Andrea Bieler: Transgressionen und Tabuverletzungen in der visuellen Kunst: Blasphemie als Wahrnehmungsereignis – Ute Holl: Essen, Sex und andere Dinge: Filmformen der Blasphemie
Recht
Andreas Stöckli: Grundrechtlicher Schutz der Gotteslästerung – Gerhard Fiolka: Blasphemie bestrafen? Der strafrechtliche Schutz religiöser Gefühle
Personen

Matthias D. Wüthrich Geboren 1972; Studium der Ev. Theologie; 2006 Promotion; Beauftragter für Theologie beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK); 2013 Habilitation; seit 2016 Assistenzprofessor für Systematische Theologie an der Universität Zürich.
https://orcid.org/0000-0002-1063-5267

Matthias Gockel Geboren 1969; Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft; 2007 Promotion; Pfarrer; seit 2018 Mitarbeiter im SNF-Projekt »Vollkommenheit ohne Unveränderlichkeit? Erkundungen zur Lehre von Gottes Eigenschaften« an der Universität Basel.

Jürgen Mohn Geboren 1963; Studium der Religionswissenschaft, Psychologie, Japanologie, Philosophie und Kunstgeschichte; 1995 Promotion; 2003 Habilitation; seit 2006 Ordinarius für Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät und der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel.
https://orcid.org/0000-0002-8726-7124

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