Das ADHGB von 1861 als gemeinsames Obligationenrecht in Mitteleuropa 978-3-16-156127-6 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Das ADHGB von 1861 als gemeinsames Obligationenrecht in Mitteleuropa

Hrsg. v. Martin Löhnig u. Stephan Wagner

2018. XII, 431 Seiten.

Mitteleuropäisches Zivilrecht 1

89,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-156127-6
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Die Schaffung eines gemeinsamen Rechts- und Wirtschaftsraums in Europa ist eine Aufgabe, die sich nicht erst heute stellt. Schon das 19. Jahrhundert kennt erfolgreiche Kodifikationsvorhaben wie das ADHGB von 1861, das den Geschäftsverkehr in Mitteleuropa bestimmt und dabei die Funktion eines gemeinsamen Obligationenrechts übernimmt.
Das ADHGB von 1861 gilt in nahezu allen Mitgliedstaaten des Deutschen Bundes, darüber hinaus auch in nicht zum Deutschen Bund gehörenden Gebieten des Kaisertums Österreich und der Preußischen Monarchie. Außerdem steht es Pate für das ungarische Handelsgesetz von 1875, das seinerseits das Handelsgesetz für Bosnien und die Herzegowina von 1883 prägt. Auch der Entwurf eines schweizerischen Handelsrechtes von 1864 und der italienische Codice di commercio von 1882 werden durch das ADHGB beeinflusst. Da die Vorschriften für Handelsgeschäfte grundsätzlich auch dann Anwendung finden, wenn es sich nur für einen der beiden Vertragspartner um ein Handelsgeschäft handelt, erfasst das ADHGB in der Praxis eine Vielzahl von Fällen und tritt an die Stelle des jeweils einschlägigen partikularen Schuldrechts. Dadurch entsteht auf friedliche Art und Weise ein gemeinsamer Rechtsraum in ganz Mitteleuropa, in dem das ADHGB die Funktion eines gemeinsamen Obligationenrechts übernimmt.
Inhaltsübersicht
Stephan Wagner: Einführung – Stephan Wagner: Entstehungsgeschichte der Art. 4–5, 10–11 und 271–277 ADHGB – Stephan Wagner: Deutscher Bund, Norddeutscher Bund und Deutsches Reich – Wilhelm Brauneder: Österreich-Ungarn (1867–1918): Cisleithanien – Katalin Gönczi: Österreich-Ungarn (1867–1918): Transleithanien (mit einem Ausblick auf die Zeit nach 1918) – Martin Löhnig: Bosnien-Herzegowina (1878–1918): Kondominium – Stefan Wedrac: Republik Österreich (1918–1938) – Petra Skřejpkova: Tschechoslowakische Republik (1918–1938) – Kamila Maria Staudigl-Ciechowicz: Republik Polen (1918–1939) – Mirela Krešić/Dunja Pastović: Königreich Jugoslawien (1918–1941) – Christian Alunaru: Königreich Rumänien (1881–1947) – Ferdinando Mazzarella: Königreich Italien (1861–1946) – Nikolaus Linder: Schweizerische Eidgenossenschaft – Martin Löhnig: Ausblick: Was tun? – Stephan Wagner: Synopse
Personen

Martin Löhnig Geboren 1971; 2001 Promotion; 2006 Habilitation; 2006–2008 Inhaber des W3-Lehrstuhls
für Bürgerliches Recht, Rechtsgeschichte und Kirchenrecht an der Universität Konstanz;
seit 2008 Inhaber des W3-Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsche und Europäische
Rechtsgeschichte sowie Kirchenrecht an der Universität Regensburg.

Stephan Wagner ist Privatdozent an der Universität Regensburg und vertritt derzeit den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Deutsche Rechtsgeschichte und Juristische Zeitgeschichte, Handels- und Gesellschaftsrecht an der Eberhard Karls Universität Tübingen.

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