Der Anspruch auf das stellvertretende commodum 978-3-16-149468-0 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Felix Hartmann

Der Anspruch auf das stellvertretende commodum

119,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-149468-0
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In vielen komplexen Schuldrechtsfällen spielt der Anspruch auf das stellvertretende commodum (§ 285 BGB) eine zentrale Rolle. Felix Hartmann klärt die Ordnungsfunktion der sog. Ersatzherausgabe und erarbeitet auf dieser Grundlage Lösungen für die wichtigsten Praxisprobleme. Dabei geht er ausführlich auf die Auswirkungen der Schuldrechtsmodernisierung ein.
Der früher in § 281 BGB a.F. geregelte Anspruch auf das stellvertretende commodum ist nahezu unverändert ins modernisierte Schuldrecht übernommen worden. Gleichwohl strahlt das neue Regelungsumfeld auf die Interpretation des heutigen § 285 BGB aus. So fordern insbesondere die Änderungen bei den Grenzen der Leistungspflicht dazu heraus, zahlreiche Fragen neu zu durchdenken. Dies gilt etwa für die Möglichkeit eines Commodumsanspruchs bei anfänglichen Leistungshindernissen oder den Übergang von der Naturalerfüllung auf die Ersatzherausgabe. Weiterhin ungeklärt sind auch nach der Schuldrechtsreform Probleme wie die Anwendbarkeit des § 285 BGB bei Handlungs- und Unterlassungspflichten.
Felix Hartmann geht diesen Fragen nach und orientiert sich dabei an der Ordnungsfunktion des § 285 BGB. Er verteidigt das herkömmliche bereicherungsrechtliche Verständnis gegenüber neueren Strömungen, die teilweise eine schadensersatzrechtliche Einordnung des Rechtsbehelfs befürworten. Kritisch beurteilt er dagegen eine Tendenz in der neueren Literatur, die Ersatzherausgabe an die Naturalvollstreckbarkeit der ursprünglich geschuldeten Leistung zu koppeln. Der Autor konkretisiert die Parallele zum Kondiktionsrecht, indem er den Anspruch aus § 285 BGB konsequent auf den Zweck zurückführt, eine widerrechtliche Vermögensverteilung zu beseitigen. Auf dieser Grundlage kommt er vielfach zu neuen Ergebnissen. So befürwortet er etwa eine Pflicht zur Herausgabe verzögerungsbedingter Surrogate und erarbeitet eine Lösung für das Gewinnhaftungsproblem, die sich ebenfalls an der bereicherungsrechtlichen Ordnungsfunktion des § 285 BGB orientiert.
Personen

Felix Hartmann Geboren 1976; Studium der Rechtswissenschaft in Tübingen, Fribourg sowie an der Harvard Law School (LL.M. 2007); 2007 Promotion bei Eduard Picker (Tübingen); 2012 Habilitation bei Thomas Lobinger (Heidelberg); 2012–13 Juniorprofessor an der HU Berlin; 2013–14 Professor an der EBS Law School Wiesbaden; 2014–16 Professor an der Universität Hamburg, seit 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht und Arbeitsrecht an der FU Berlin.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Archiv für die civilistische Praxis — 2010, 754–759 (Tobias Helms)