Der humangerechte Sozialstaat 978-3-16-149118-4 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Elmar Nass

Der humangerechte Sozialstaat

Ein sozialethischer Entwurf zur Symbiose aus ökonomischer Effizienz und sozialer Gerechtigkeit

64,00 €
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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-149118-4
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Der legitime Sozialstaat ist sozial gerecht. Vielfach wird aber unterstellt, er sei ökonomisch nicht effizient. Elmar Nass wendet dagegen die im sozialhumanistischen Gedanken der Sozialen Marktwirtschaft gegründete Idee der Befähigungsgerechtigkeit auf einen Sozialstaatsentwurf an und macht mit dem Ordo-Gedanken in aristotelischer Auslegung Ernst.
Soziale Gerechtigkeit gilt als das sozialethisch weitgehend akzeptierte Kriterium eines legitimen Sozialstaats. Wegen seiner Unschärfe und seiner weitläufig angenommenen Konkurrenz zur ökonomischen Effizienz ist der Begriff jedoch ideologieverdächtig. Die terminologische Konfusion wird durch eine transparente Begrifflichkeit aufgelöst, mit der das an Menschenwürde und Solidarität gekoppelte Kriterium sozialer Gerechtigkeit erst für den aktuellen Sozialstaatsdiskurs relevant wird. Soziale Gerechtigkeit fragt danach, worauf und warum die Gesellschaftsmitglieder gegenseitig verpflichtet werden können. Weil Menschenwürde, Solidarität und damit die ordnungspolitische Legitimität begründungsoffen sind, müssen alternative weltanschauliche Zugänge einander gegenübergestellt werden. Elmar Nass geht der Frage nach, ob und wenn ja, welche sozialen Anspruchsrechte der Verfügungsfreiheit entgegengesetzt werden dürfen. Ausgehend von den dazu grundsätzlich verschiedenen Paradigmen überprüft der Autor die für den Sozialstaatsdiskurs maßgeblichen Gerechtigkeitsentwürfe auf Konsistenz, Kohärenz und Implementierbarkeit. Dabei treten innere Widersprüche und krypto-normative Prämissen zutage, und der vermeintlich unvermeidliche Widerspruch von sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Effizienz scheint sich zu bestätigen. Um dieses Problem zu lösen, wendet der Autor die im Ordo-Gedanken der Sozialen Marktwirtschaft gegründete Idee der Befähigungsgerechtigkeit erstmals auf einen Sozialstaatsentwurf an, der die Entfaltung des Menschen als ordnungspolitisches Ziel zur Geltung bringt und deshalb 'humangerecht' genannt wird. Dieser Entwurf verspricht zugleich eine neo-aristotelisch begründete wie implementierbare Symbiose aus sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Effizienz.
Personen

Elmar Nass Geboren 1966; Studium der Theologie, Philosophie, VWL, Sozialwissenschaft in Bonn, Rom und Trier; 2002 theologische Promotion; 2006 sozialökonomische Promotion; wiss. Mitarbeit am Lehrstuhl für Sozialpolitik und Sozialökonomik in Bochum, daneben wiss. Leiter der Grundwertekommission der CDU-Sozialausschüsse.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Soziale Ordnung — 2007, 19
In: WSI-Mitteilungen — 2007, 630 (Markus Promberger)
In: Die Politische Meinung — 2007, Nr. 456, 24–27 (Wolfgang H. Spindler)
In: Stimmen der Zeit — 2008, 206–207 (Joachim Wiemeyer)
In: Die neue Ordnung — 2007, 478–479 (Hans Joachim Türk)
In: Politische Studien — 2008, 94–96 (Josef Franz Lindner)
In: Theologische Literaturzeitung — 133 (2008), S. 695–697 (Wolfgang E. Müller)
In: FIPH Journal — 2008, Nr. 11, 23
In: Geschichte, Politik u. ihre Didakti — 2008, 146 (Willi Eisele)