Der Jude 1916–1928 978-3-16-147035-6 - Mohr Siebeck
Judaistik

Eleonore Lappin

Der Jude 1916–1928

Jüdische Moderne zwischen Universalismus und Partikurlarismus

74,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-147035-6
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Eleonore Lappin untersucht Martin Bubers Zeitschrift 'Der Jude'. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Zionismus und der konkreten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Juden in Europa und Palästina.
Die Zeitschrift 'Der Jude' wurde 1916 als Organ der Zionistischen Weltorganisation gegründet. Ihre Aufgabe war es zunächst, die nationalen Ziele der Juden in Ost- und Mitteleuropa einem gebildeten Publikum nahezubringen. Dennoch, oder gerade deshalb, konzipierte der Herausgeber Martin Buber den 'Juden' als Zeitschrift der Jüdischen Moderne, in der auch Nichtzionisten zu Wort kamen.
Neben theoretischen Abhandlungen zur Ideologie des Zionismus und des jüdischen Nationalismus befaßte sich die Zeitschrift mit den konkreten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen der Juden in Europa und Palästina. Ein weiterer Schwerpunkt war die jüdische Kultur, wobei neben deutscher, jiddischer und hebräischer Literatur, Philosophie, Religionswissenschaft und Geschichte auch die Philologie und die jüdische Erziehung als Themen berücksichtigt wurden. Die Beiträge waren von den allgemeinen geistigen Strömungen der Zeit beeinflußt und versuchten, diese für die Belebung der jüdischen Kultur fruchtbar zu machen. Die Auffassung der jüdischen Lehre als universalistisch und sozial progressiv, wie sie 'Der Jude' propagierte, prägte die Darstellung der jüdischen Renaissance ebenso wie die Vorstellungen von Wesen und Sinn des jüdischen Gemeinwesens in Palästina. Auf dem Gebiet der zionistischen Politik in Palästina war 'Der Jude' das Sprachrohr jener deutschsprachigen Zionisten, die sich engagiert für jüdisch-arabische Koexistenz, aber auch für die Förderung der jüdischen Arbeit und der Kollektivsiedlungen in Palästina einsetzten. Die Berichte über jüdische Kultur gingen weit über die Interessen des Zionismus hinaus und dokumentieren die Vielfalt des geistigen Lebens der Juden im deutschsprachigen Raum der Zwischenkriegszeit.
Personen

Eleonore Lappin Geboren 1951; Studium der Volkswirtschaftslehre, der deutschen, englischen und vergleichenden Literaturwissenschaften sowie der jüdischen Geistesgeschichte in Österreich, den USA und Israel; seit 1989 Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Juden in Österreich; seit 1995 Dozentin an der Karl Franzens Universität Graz.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Nexus Reviews — 2001, Nr. 30–31, S. 288ff (Rena Fuks-Mansfeld)
In: Archiv für Hess.Gesch.u.Altertumsk. — Jg.58 (2001), S. 435 (J.Friedr.Battenberg)
In: Zion — Jg.67 (2002), H.2
In: Oekumenischer Wegweiser Dresden — (2000), Nr. 2, S. 31–32
In: Mitteilungen des Dokumentationsarchiv — 2001, Folge 154, S. 8f (J.M.)
In: FAZ – Politische Bücher — Nr.42 (2001), 19.2., S. 13 (Julius H. Schoeps)
In: Im Gespräch — 2001, Nr.3, S. 72ff. (Lothar Stiehm)
In: Germanistik — Bd.44 (2003), H. 1/2, S.390f (Michael Matzigkeit)
In: Judaica — Jg. 57 (2001), H. 4, S. 305f (Tobias Kriener)
In: Neue Zürcher Zeitung — 2000, Nr. 279, S. 36 (Andreas Kilcher)
In: Religious Studies Review — Jg.27 (2001) Nr.3, S. 306 (Zachary Braiterman)