Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts 978-3-16-150684-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Emil Sehling

Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts

Zwanzigster Band: Elsass. 1. Teilband: Straßburg
Begr. v. Emil Sehling. fortgef. v. d. Heidelberger Akademie d. Wiss., hrsg. v. Eike Wolgast. Bearb. v. Gerald Dörner

2011. XII, 735 Seiten.
219,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-150684-0
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Mit der Einführung der Reformation mussten in zahlreichen Belangen des weitgefassten kirchlichen Lebens neue Ordnungen abgefasst werden. Der vorliegende erste Teilband zum Elsass enthält die Kirchenordnungen der Reichsstadt Straßburg aus den Jahren zwischen 1523 und 1617. Mit Martin Bucer, Wolfgang Capito und Kaspar Hedio verfügte Straßburg über gleich drei bedeutende Gestalten der Reformation, welche die kirchliche Neugestaltung nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas maßgeblich beeinflussten.
Mit der Einführung der Reformation in einem Territorium oder einer Reichsstadt waren die Landesherren und Magistrate gezwungen, ihren Gemeinwesen für zahlreiche Bereiche des kirchlichen Lebens neue Ordnungen zu geben, auch weil sie die päpstliche Obedienz und die bischöfliche Jurisdiktion nicht mehr anerkannten. Die erlassenen Ordnungen wirkten dabei oft weit über den Rahmen des kirchlichen Lebens hinaus auf das politische und rechtliche Geschehen in den Territorien. Zu den kirchenordnenden Texten zählen Agenden, Liturgien, Gebetsformulare, Vorschriften zur Anstellung von Pfarrern und Diakonen sowie Richtlinien zu ihrer Tätigkeit, Instruktionen für Visitationen, aber auch Armen-, Ehe- und Zuchtordnungen.
Der vorliegende erste Teilband zum Elsass enthält die Kirchenordnungen der Reichsstadt Straßburg aus den Jahren zwischen 1523 und 1617. Mit Martin Bucer, Wolfgang Capito und Kaspar Hedio verfügte Straßburg über gleich drei bedeutende Persönlichkeiten der Reformation, welche die kirchliche Neugestaltung nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern Europas maßgeblich beeinflussten. In den theologischen Auseinandersetzungen zwischen Lutheranern und Zwinglianern nahm Straßburg eine vermittelnde Position ein. Aus ihr heraus formulierte die Stadt mit der Confessio Tetrapolitana ein eigenes Bekenntnis und entwickelte in der ersten Hälfte des 16. Jh. eine eigene Kirchenorganisation, die vor allem auf Johannes Calvin und die reformierte Kirche große Wirkung ausübte.
Personen

Emil Sehling Geboren 1860 in Essen; Jura-Studium in Bonn und Leipzig; Schüler von Emil Friedberg; 1881 Dr. iur. utr.; 1885 Habilitation in Kirchenrecht; Professor für Kirchenrecht und Handelsrecht in Leipzig, Kiel und Erlangen; 1919 theologische Ehrendoktorwürde; gestorben 1928 in Erlangen.

Gerald Dörner Geboren 1959; Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Publizistik und Theologie an den Universitäten Münster und Zürich; 1993 Promotion; seit 1994 Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, zunächst in der Forschungsstelle »Edition des Reuchlin-Briefwechsels«, dann in der Forschungsstelle »Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts".

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Das Historisch-Politische Buch — 61 (2013), S. 590–594 (Gunther Franz)
In: Blätter für Pfälzische KirchenG u. rel. Volkskunde — 79 (2012), S. 466–469 (Kurt Molitor)
In: Sehepunkte — http://www.sehepunkte.de/2011/12/20023.html (12/2011) (Judith Becker)
In: Archiv für Reformationsgeschichte — 42 (2013), 477 (Ehme)
In: Sixteenth Century Journal — 44 (2013), S. 221–222 (Amy Nelson Burnett)