Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts 978-3-16-154715-7 - Mohr Siebeck
Theologie

Die evangelischen Kirchenordnungen des XVI. Jahrhunderts

Siebenter Band: Niedersachsen. II. Hälfte: Die außerwelfischen Lande. 2. Halbband: 2. Teil: Grafschaft Schaumburg, Goslar, Bremen
Begr. v. Emil Sehling. Hrsg. v. Eike Wolgast. Bearb. v. Gerald Dörner

2016. XV, 664 Seiten.
199,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-154715-7
lieferbar
Evangelische Kirchenordnungen entstanden im 16. Jahrhundert vor dem Hintergrund der Reformation. Sie sorgten nicht nur für eine Neugestaltung der Gottesdienste und der Tätigkeit der Pfarrer, sondern wirken auch auf Bereiche wie die öffentliche Fürsorge oder das Eherecht. Sie stellen somit nicht nur Regelungen für die Kirche dar, sondern haben auch eine welt- und gesellschaftsgestaltende Dimension.
Mit der Einführung der Reformation in einem Territorium oder einer Reichsstadt waren die Landesherren und Magistrate gezwungen, ihren Gemeinwesen für zahlreiche Bereiche des kirchlichen Lebens neue Ordnungen zu geben. Vielfach wirkten die erlassenen Ordnungen aber weit über den Rahmen des kirchlichen Lebens hinaus auch auf das politische und rechtliche Geschehen in den jeweiligen Gebieten. Zu den kirchenordnenden Texten zählen Agenden, Vorschriften zur Anstellung von Pfarrern und Vikaren sowie Richtlinien für ihre Tätigkeit, Instruktionen für die Visitationen, aber auch Armen-, Ehe- und Zuchtordnungen.
Mit dem vorliegenden Band, der die Kirchenordnungen der Grafschaft Schaumburg und der beiden Städte Goslar und Bremen enthält, findet die in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts begonnene Bearbeitung der Ordnungen des Landes Niedersachsen ihren Abschluss. Während die Reformation in der Grafschaft Schaumburg erst nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 eingeführt wurde, konnte sie in den beiden Städten bereits in den zwanziger Jahren des 16. Jahrhunderts Fuß fassen. Im Unterschied zu Goslar, das am Luthertum festhielt und sich auch dem Konkordienwerk anschloss, kam es in Bremen zu einem Übergang der Stadt zur reformierten Konfession.
Personen

Eike Wolgast Geboren 1936; Studium der Geschichte, Philosophie und lat. Philologie in Göttingen und Heidelberg; 1963 Promotion; 1973 Habilitation; 1976–2004 Professor für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg; 2004 emeritiert.

Gerald Dörner Geboren 1959; Studium der Geschichte, Politikwissenschaft, Publizistik und Theologie an den Universitäten Münster und Zürich; 1993 Promotion; seit 1994 Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, zunächst in der Forschungsstelle »Edition des Reuchlin-Briefwechsels«, dann in der Forschungsstelle »Die evangelischen Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts".

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr. integrativer europ. RechtsG (ZIER) — http://www.koeblergerhard.de/ZIER-HP/ZIER-HP-06–2016-Inhaltsverzeichnis.htm (Gerhard Köbler)
In: http://www.religion-weltanschauung-recht.de — https://religion-weltanschauung-recht.net/2016/07/01 (7/2016) (Georg Neureither)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 135 (2018), S. 485–487 (Michael Beintker)
In: Jahrbuch f.Liturgik u.Hymnologie — 2017, S. 129–130 (Jörg Neijenhuis)
In: Bremisches Jahrbuch — 96 (2017), S. 267–268 (Konrad Elmshäuser)
In: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte — 2018, S. 437–439 (Uwe Ohainski)
In: Jahrbuch d.Ges.f.nieders.KirchenG — 115 (2017), S. 287–288 (Friedrich Seven)