Die Freiheit des Beschuldigten vom Zwang zur Selbstbelastung 978-3-16-156714-8 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Luna Rösinger

Die Freiheit des Beschuldigten vom Zwang zur Selbstbelastung

Über den Begründungszusammenhang von Mitwirkungsfreiheit und Strafverfahrenseingriff

94,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-156714-8
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Wie kann einem Unschuldigen gegenüber die schwerwiegende Belastung mit einem Strafverfahren gerechtfertigt werden? Luna Rösinger entwickelt eine Verfahrenslegitimation aus den rechtlichen Grundlagen menschlichen Zusammenlebens in der Gesellschaft und stellt die sogenannte Selbstbelastungsfreiheit des Beschuldigten auf ein neues Fundament.
Luna Rösinger untersucht die Freiheit des Beschuldigten vom Zwang zur Selbstbelastung auf Grundlage einer freiheitlichen Rechtsphilosophie. Dabei wird die Legitimität des Strafverfahrens nicht als selbstverständlich vorausgesetzt; das Verfahren an sich wird vielmehr als derjenige Eingriff verstanden, der dem Beschuldigten gegenüber vorrangig gerechtfertigt werden muss. In Auseinandersetzung mit der Strafbegründung, der verfassungsrechtlichen Eingriffsdogmatik und den Prinzipien der Aufopferungshaftung entwirft die Autorin eine Strafverfahrenstheorie, die auf dem Gedanken der Teilhabe und der Solidarität gründet. Das Verhältnis wechselseitiger Anerkennung, in dem die Bürger zueinander wie auch zum Staat stehen, wird im Strafverfahren demnach nur dann gewahrt, wenn dem Beschuldigten eine umfassende Berechtigung zur Distanz von dem ihn ausgrenzenden Verfahren zugesprochen wird. Dieses Strafverfahrensverständnis wirkt sich unmittelbar auf die konkreten Rechtspositionen des Beschuldigten bezüglich seines Mitwirkungsverhaltens aus.
Die Arbeit wurde mit dem Promotionspreis 2019 der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln ausgezeichnet.
Personen

Luna Rösinger Geboren 1988; Studium der Rechtswissenschaften an der LMU München und der Universität Bonn; Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für ausländisches und internationales Strafrecht der Universität zu Köln; Rechtsreferendarin am LG Heidelberg; 2018 Promotion (Köln).

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Newsletter Menschenrechte — 2/2019, 173 (Sabrina Lipp)
In: Rechtsphilosophie — 6 (2020), 193–199 (Martin Heuser)
In: ZIS – Zeitschr. f. Int. Strafrechtsdogmatik — http://www.zis-online.com/dat/artikel/2020_12_1408.pdf (Philipp-Alexander Hirsch)