Die Gabe und das Gestell 978-3-16-152401-1 - Mohr Siebeck
Theologie

Martin Wendte

Die Gabe und das Gestell

Luthers Metaphysik des Abendmahls im technischen Zeitalter

2013. XVI, 516 Seiten.

Collegium Metaphysicum 7

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ISBN 978-3-16-152401-1
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Luthers Abendmahlstheologie sieht das Abendmahl und die Wirklichkeit als gute Gabe an den Menschen. Martin Wendte zeigt, dass diese Abendmahlstheologie gerade in unserer technischen Spätmoderne relevant ist, da sie ein Gegenbild zu deren Wirklichkeitsverständnis transportiert. In seinen philosophischen Reflexionen analysiert und verteidigt Wendte zudem Luthers Metaphysik durch Bezug auf Hegel, Schelling und Koch.
Die Abendmahlstheologie des späten Luther (1525–1529) enthält ein umfassendes Wirklichkeitsverständnis, das die Wirklichkeit als gute Gabe an den Menschen begreift. Im Abendmahl wird die Wirklichkeit als leibliche Gabe dem Menschen erfahrbar. Martin Wendte analysiert ausführlich Luthers Abendmahlstheologie, und die in ihr mitgegebene, umfassende und tiefgründige Metaphysik. Die Relevanz Luthers wird durch eine Analyse hunserer Gegenwart als technischem Zeitalter herausgearbeitet, welche auf Heidegger beruht und aktuelle Stimmen von Gumbrecht bis Sennett aufnimmt. So wird deutlich, dass Luthers Verständnis der Wirklichkeit das Gegenbild zum Wirklichkeitsverständnis des technischen Zeitalters darstellt, welches Wirklichkeit als ein dem Menschen unbegrenzt zur Verfügung stehendes Gut ansieht. Luthers Abendmahlstheologie kann somit in ein Denken einweisen, welches die Totalisierungen der technischen Spätmoderne relativiert. Zudem analysiert Wendte Luthers Metaphysik und die Überlegungen Heideggers durch Rückgriff auf Überlegungen des Philosophen Anton Friedrich Koch zu Wahrheit, Leib und Sprache sowie durch Rückgriff auf Überlegungen von Hegel und Schelling zum Gottesbegriff. Dabei wird deutlich, dass Luthers Verständnis der Welt als Gabe auch aus philosophischer Sicht verteidigt werden kann.
Personen

Martin Wendte Geboren 1974; Studium der Ev. Theologie in Heidelberg, Berlin, London (MA) und Göttingen; 2004–10 Assistent und Akademischer Rat a.Z. am Institut für Hermeneutik und Dialog der Kulturen an der Universität Tübingen; 2010–13 Vikariat in Württemberg; seit 2012 Privatdozent an der Eberhard Karls Universität Tübingen; seit 2013 Arbeit am Pfarrseminar der Württembergischen Landeskirche.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Archiv f. ReformationsG -Literaturbericht- — 43 (2014), 18 (Christopher Voigt-Goy)
In: Reformatorisch Dagblad — 21. Dezember 2013, S. 9 (Herman J. Selderhuis)
In: Für Arbeit und Besinnung — 2014, Heft 14, S. 35–36 (Johannes-Friedrich Albrecht)
In: Lutherjahrbuch — 81 (2014), S. 341–343 (Roland M. Lehmann)
In: Theologische Literaturzeitung — 140 (2015), S. 982–983 (Bo Kristian Holm)