Die graduelle Konstitutionalisierung der Europäischen Union 978-3-16-148852-8 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Paul W. Thurner

Die graduelle Konstitutionalisierung der Europäischen Union

Eine quantitative Fallstudie am Beispiel der Regierungskonferenz 1996

79,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-148852-8
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Wie kommt es zu konstitutionellen Entscheidungen, also zu Entscheidungen über das zukünftige Design einer Organisation und zur Verteilung der jeweiligen Kompetenzen? Aufbauend auf der neuen – empirisch gewendeten – Institutionenökonomik untersucht Paul W. Thurner diese Frage am Beispiel der EU Regierungskonferenz 1996, die den Amsterdamer Vertrag hervorbrachte.
Paul W. Thurner untersucht, wie es zu konstitutionellen Entscheidungen, d.h. Entscheidungen über das zukünftige Design einer Organisation und zur Verteilung der jeweiligen Kompetenzen auf deren Teilnehmer kommt. Theoretischer Ausgangspunkt seiner Untersuchung ist die neue Institutionenökonomie und die Organisationssoziologie. Als Anwendungsbeispiel dient ein Bereich internationaler Verhandlungen und deren Vorbereitungen, konkret: die Regierungskonferenz 1996. Diese mündete bekanntlich in den Vertrag von Amsterdam. Der Autor analysiert die Auswirkungen der regierungsinternen formalen und informellen Organisationsstrukturen im Hinblick auf Qualität, Quantität und die Dynamik von signalisierten Verhandlungspositionen sowie die letztendliche Verhandlungsperformanz bzw. Durchsetzungskraft der Mitgliedstaaten der damaligen EU-15. Zur Rekonstruktion der informellen Regierungsorganisationen ermittelt er informelle Kommunikations- und Koordinationskanäle der Ministerialbürokratie. Hierbei werden auch sogenannte transgouvernementale, also die Organisationsgrenzen durchstoßende Netzwerke berücksichtigt. Unter Verwendung der Terminologie und der Techniken der quantitativen Netzwerkanalyse werden die in der Literatur häufig nur begrifflich diskutierten entscheidungsrelevanten Merkmale von Organisationen operationalisiert und deren relative Auswirkungen mittels diverser statistischer Verfahren quantitativ bestimmt. Erstmals gelingt es damit, Graham Allisons Modell III der Außenpolitikformulierung in einem empirisch-operationalem Modell anzuwenden,
Personen

Paul W. Thurner Geboren 1963; Ausbildung Garten- und Landschaftsbau; Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und der Neueren Geschichte in München, Passau und Paris; 1996 Promotion; 2004 Habilitation; Privatdozent an der Universität Mannheim; z. Zt. Vertretung der W3-Professur 'Internationale Politik' der Universität Konstanz.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2008, 1000–1002 (Dieter Kugelmann)
In: Revue Hellenique des Droits de l'homme — 2006, 1471