Theologie

Jasmin Hauck

Ehen mit Hindernissen

Verwandtschaft, Recht und genealogisches Erinnern im Florenz der Renaissance

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ISBN 978-3-16-161974-8
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In der vorliegenden Studie untersucht Jasmin Hauck Gesuche um Dispense von Ehehindernissen aus der Erzdiözese Florenz (ca. 1455–1540). Auf Basis normativer und aus der Verfahrenspraxis erwachsener Quellen beleuchtet die Autorin die Prozessrealität in ihrer rechtlichen und sozialen Dimension.
In der vorliegenden Studie widmet sich Jasmin Hauck Gesuchen um Dispense von Ehehindernissen aus der Erzdiözese Florenz (ca. 1455–1540), die mehrheitlich Fälle von zu naher Verwandtschaft betrafen. Erstmals untersucht die Autorin hierbei ein regionales Korpus dieser speziellen päpstlich delegierten Verfahren für die vortridentinische Zeit auf breiter lokaler und römisch-zentraler Quellenbasis in monographischer Breite. Dabei beleuchtet sie die einzelnen Stationen des Verfahrens und seine Akteure multiperspektivisch, nimmt Norm, Doktrin und Praxis zugleich in den Blick, verquickt quantitative und qualitative Analyseebene und wählt zuletzt einen interdisziplinären Zugang, der von rechtsgeschichtlichen bis hin zu historisch-anthropologischen Fragen und Methoden reicht. So erweist sich das Verfahren zur Exekution von Ehedispensen als Feld konkurrierender sozialer und rechtlicher Normen, das neben dem römisch-kanonischen Prozessrecht von lokalem Recht und Vorstellungen von Geschlecht und Verwandtschaft, wie der agnatischen Prägung des familiären Bewusstseins, geprägt wird.
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
2. Normen und Praxis der Verfahrensüberlieferung: Von Zetteln, Registern und keinen Urkunden
3. Grundzüge der Ehe- und Ehehindernislehre
4. Die Lehre von den Ehedispensen
5. Die rechtliche Theorie des »genealogischen Beweises«
6. Florentiner Ehedispense aus der Pönitentiarie im europäischen Vergleich
7. Von Florenz nach Rom
8. Zurück nach Florenz: Gerichtliche Akteure im Exekutionsverfahren zwischen rechtlicher und sozialer Norm
9. Dispensverfahren und genealogischer Beweis in der Florentiner Praxis
Personen

Jasmin Hauck Geboren 1987; Studium der Geschichte und Germanistik in Heidelberg; 2019 binationale Promotion an den Universitäten Eichstätt-Ingolstadt und Roma Tre; seit 2019 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für mittelalterliche Geschichte der Philipps-Universität Marburg.
https://orcid.org/0000-0003-0691-5650

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