Grenzgänge der Gemeinschaft 978-3-16-154743-0 - Mohr Siebeck
Theologie

Grenzgänge der Gemeinschaft

Eine interdisziplinäre Begegnung zwischen sozial-politischer und theologisch-religiöser Perspektive
Hrsg. v. Elisabeth Gräb-Schmidt u. Ferdinando G. Menga

2016. VIII, 246 Seiten.

Dogmatik in der Moderne 17

59,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-154743-0
lieferbar
In diesem Band wird das hoch aktuelle Thema Gemeinschaft durch eine interdisziplinäre Perspektive erörtert, die sozial-philosophische und theologisch-ekklesiologische Positionen miteinander ins Gespräch bringt. Dadurch erwächst ein fruchtbarer Austausch, der die Vielfältigkeit und Multiperspektivität einer genuin pluralistisch und dynamisch verstandenen Kollektivität zur Geltung bringt und damit eine Sensibilität für Offenheit, Wandelbarkeit und auch Kritisierbarkeit im institutionellen Leben freisetzen kann.
Im Hinblick auf die erneut in den Vordergrund rückenden Debatten zum Thema Gemeinschaft versteht sich dieser Band als interdisziplinär-exploratorischer Versuch, der sich zwischen sozial-philosophischen und theologisch-ekklesiologischen Positionen bewegt. Anhand der gesammelten Beiträge wird eine kritisch-dekonstruktive Auffassung des Zusammenlebens präsentiert, die sich aus metaphysikkritischen und anti-substantialistischen Tendenzen speist. Zudem plädiert sie aus sozialphilosophischer Sicht für eine radikal offene und partizipatorische Kollektivität und entwickelt aus theologisch-christologischer Perspektive eine Ekklesiologie, die sich genuin pluralistisch und dynamisch begreifen lässt. Damit zielen die Beiträge auf ein vielversprechendes Ergebnis, die Freisetzung eines gemeinsamen Ortes, der es ermöglicht, eine ethisch-politische und theologisch-ekklesiologische epoché zu praktizieren. Mittels dieser kann in die verschiedenen institutionellen Bereiche hinein – etwa die der Gesellschaft, Politik, Religion, des Rechts usw. – ein Zuwachs an radikaler Selbstoffenheit, Wandelbarkeit und auch Kritisierbarkeit vermittelt werden.
Inhaltsübersicht
Elisabeth Gräb-Schmidt/Ferdinando G. Menga: Einleitung. Gemeinschaft an der Schnittstelle des sozialphilosophischen und theologischen Diskurses

I. Sozial- und politisch-philosophische Perspektiven zur Gemeinschaft
Burkhard Liebsch: Vergemeinschaftung und sozialer Tod. Gehör finden und Einbeziehen in politischer Perspektive – ohne Gewähr – Thomas Bedorf: Risiken (in) der Anerkennung – Sofia Näsström: »We, the people«: The Problem of Foundation – Ferdinando G. Menga: How Much and What Kind of Radical Democracy Can a Community Withstand? – Fabio Ciaramelli: The Seduction of Immediacy and the Risk of Unanimity in Political Community – Jean-Luc Nancy: Brüderlichkeit – Roberto Esposito: Von Gemeinschaft zu Biopolitik

II. Theologische Perspektiven zur Gemeinschaft
Michael Moxter: Das Unsichtbare der Gemeinschaft und die Verborgenheit der Kirche – Philipp Stoellger: Kirche am Ende oder am Ende Kirche? Auf welche Gemeinschaft dürfen wir hoffen? – Rachel Muers: Welcoming the Future: Community, Hospitality and Future Generations – Eilert Herms: Kirche als gestiftete Gemeinschaft durch das Wort – Georg Pfleiderer: Communio Sanctorum. Kirche als Ethos-Gemeinschaft und Ethos-Produzentin?
Personen

Elisabeth Gräb-Schmidt Geboren 1956; Studium der Ev. Theologie in Göttingen, Heidelberg und Mainz; 1992 Promotion, 2001 Habilitation, 2002–10 Professorin für Systematische Theologie an der Universität Gießen; 2007–09 Direktorin des Instituts für Religionsphilosophische Forschung der Universität Frankfurt; seit 2010 Professorin für Systematische Theologie mit Schwerpunkt Ethik an der Ev.-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Ferdinando G. Menga Geboren 1974; Dr. Phil., Dr. iur. et pol. rer. und habilitiert nach dem italienischen Hochschulsystem als »associate professor« in den Bereichen: Moral-, Rechts-, politische und theoretische Philosophie; zur Zeit Post-Doc Forscher am Institut für Ethik, Ev.-Theologische Fakultät, Universität Tübingen.

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