Hans Kelsen 978-3-16-159293-5 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Thomas Olechowski

Hans Kelsen

Biographie eines Rechtswissenschaftlers
Unter Mitarbeit von Jürgen Busch, Tamara Ehs, Miriam Gassner und Stefan Wedrac

2020. XXIII, 1027 Seiten.
59,00 €
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ISBN 978-3-16-159293-5
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Diese Biographie widmet sich dem wohl bedeutendsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts, Hans Kelsen (1881–1973). Er gilt als »Architekt« des noch heute in Österreich geltenden Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920. Mit der von ihm entwickelten Reinen Rechtslehre hat er weltweit Beachtung gefunden.
Die vorliegende Biographie widmet sich dem bewegten Leben Hans Kelsens, des wohl bedeutendsten Rechtsphilosophen des 20. Jahrhunderts. Sein Lebensweg führte ihn von Prag und Wien über Köln, Genf und andere Stationen bis nach Berkeley in Kalifornien. In ihm spiegeln sich die letzten Jahre der Habsburgermonarchie, der Antisemitismus und die Situation des assimilierten Judentums in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der Erste Weltkrieg und der Zerfall der Monarchie wider, aber auch die Entwicklung des Austromarxismus, die Gründung der demokratischen Republik Österreich und ihr Zerbrechen an den antidemokratischen Kräften, die Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, die schwierige Lage der Schweiz in der Zwischenkriegszeit, die Emigration europäischer Intellektueller nach Amerika, der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg, die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse und die Neugestaltung Mitteleuropas nach dem Krieg, schließlich der Aufstieg der Universität Berkeley zu einer der führenden der Welt. Vor diesem Hintergrund entwickelte Kelsen seine Reine Rechtslehre, ein rechtstheoretisches Modell, das sich zum Ziel setzte, die Rechtswissenschaft von aller politischen Ideologie und allen naturwissenschaftlichen Elementen zu reinigen und den Idealen der Objektivität und Exaktheit soweit als möglich anzunähern. Für dieses Bemühen erlangte Kelsen Weltruhm. Kelsen war aber auch ein bedeutender Demokratietheoretiker; er war »Architekt« des Bundes-Verfassungsgesetzes von 1920, das bis heute in Österreich in Geltung steht.

»Sein Buch, reife Frucht von anderthalb Jahrzehnten intensiver Arbeit, ist ein Meilenstein der Kelsen-Literatur.«
Horst Dreier FAZ 21. August 2020, 10

»Ein großer Wurf ist Olechowskis Buch deshalb, weil es die Wegmarken von Kelsens Lebenslauf meisterlich mit seiner Denkbiographie verbindet. [...] Während die Ideen seiner Widersacher längst vergilbt sind, ist Kelsens Werk frisch und lebendig, besonders seine Theorie der Demokratie als »politische Form des sozialen Friedens«. Kelsens funktionaler Begriff des Volks als Rechtsgemeinschaft ist zukunftsweisend. Er zielt darauf, allen niedergealssenen Menschen das Wahlrecht zu verleihen, worauf wir EU-Bürger bisher vergebens warten.«
Franz Leander Fillafer Die Presse 26. September 2020, Beilage »Spectrum«, V
Personen

Thomas Olechowski Geboren 1973; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien; 1998 Promotion; 2003 Habilitation; seit 2019 Professor an der Universität Wien; wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; Obmann der Kommission für Rechtsgeschichte Österreichs; seit 2011 Geschäftsführer der Bundesstiftung »Hans Kelsen-Institut".

Jürgen Busch ist Leiter des Bereiches Geistes-, Sozial- und Gesundheitswissenschaften der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft und Lehrbeauftragter an den Universitäten Wien und Brünn.

Tamara Ehs ist selbständige Beraterin für Demokratieinnovationen, politische Bildnerin, Lehrbeauftragte an der Universität Wien sowie Mitarbeiterin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Miriam Gassner ist Notarsubstitutin in Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Wien.

Stefan Wedrac ist Universitätsassistent (postDoc) an der Universität Wien.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Dokos — 25–26 (2020), 161–182 (Jesús Padilla Gálvez)
In: Zeitschr.f.Geschichtswissenschaft — 68 (2020), 975–976 (Angela Reinthal)
In: H-Soz-u-Kult — http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-29700 (Péter Techet)
In: — https://www.kirchenzeitung.at/site/themen/gesellschaftsoziales/ohne-recht-kein-staat (Heinz Niederleitner)
In: Informationsmittel f. Bibliotheken — http://informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/showfile.php?id=10413 (Till Kinzel)
In: Zeitschr.f. Öffentliches Recht — 75 (2020), 919–924 (Péter Techet)
In: Salzburger Nachrichten — 23. Mai 2020, 4 + 22. Juni 2020, 5 (Thomas Hödlmoser)
In: FAZ — 21.August 2020, 10 (Horst Dreier)
In: Profil — 2020, Heft 22, S. 20 (Christa Zöchling)
In: Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft (OEZP) — https://webapp.uibk.ac.at/ojs/index.php/OEZP/article/view/3389/0 (Robert Schuett)
In: die presse — 26. September 2020 (Beilage Spectrum, V) (Franz Leander Fillafer)
In: Der Standard — DER STANDARD, 2.September 2020, 31 (Klaus Taschwer)
In: — https://wiki.koeblergerhard.de/zier/9556 (Gerhard Oberkofler)
In: IlSole 24 Ore — Il Sole 24 Ore, 25.Oktober 2020, 9 (Sabino Cassese)
In: — 23. Oktober 2020, 14 (Gerhard Stadler)
In: — 08.November 2020, 14 (Christian Weniger)
In: — 3 (2020), 160–171 (Péter Techet)