Herrscherpanegyrik unter Trajan und Konstantin 978-3-16-151341-1 - Mohr Siebeck
Theologie

Christian Ronning

Herrscherpanegyrik unter Trajan und Konstantin

Studien zur symbolischen Kommunikation in der römischen Kaiserzeit

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ISBN 978-3-16-151341-1
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Christian Ronning analysiert die Funktion der Herrscherpanegyrik in der römischen Kaiserzeit. Aufs engste verzahnt mit den Ritualen und Zeremonien der Herrschaft, leisten die Festreden unverzichtbare Dienste zur Deutung der komplexen Zeichensprache, die den Herrscher umgibt. Der Prunk des Palastes und der hohe Stil der feierlichen Rhetorik ergänzen einander, schaffen den Rahmen für die Kommunikation zwischen Herrscher und Untertanen und tragen so zur Stabilisierung des Reiches, aber auch zum rituell gesicherten Konfliktaustrag bei.
Welche Funktion erfüllte die Herrscherpanegyrik der römischen Kaiserzeit? Handelte es sich hierbei um »propagandistische« Auftragswerke zur Glorifizierung des Machthabers oder um Instrumente einer raffinierten Lenkung des Monarchen unter dem Deckmantel des Lobpreises? Anhand der dichten Analyse exemplarischer Reden aus der Zeit Trajans (Plinius, Panegyricus) und Konstantins (Pan. Lat. 5 u. 12) arbeitet Christian Ronning die Rahmenbedingungen dieser Festreden, die gesellschaftliche und politische Stellung der Redner sowie die individuelle Zielsetzung heraus und stellt sie in ihren historischen Kontext. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verschränkung der Panegyrik mit ihrem zeremoniellen Umfeld, auf den Ritualen, die die Rede umgeben und die in sie selbst Eingang gefunden haben. Festreden erscheinen dabei als ein konstitutives Element der Austauschbeziehungen zwischen Herrscher, Städten und Funktionseliten im Römischen Reich. Sie spiegeln die jeweils aktuellen Machtlagerungen wider und zeugen von der Aneignung und spezifischen Deutung der herrscherlichen Rituale durch die Beteiligten. Die kaiserzeitliche Panegyrik ist damit keine Rhetorik der propagandistischen Beeinflussung oder Verschleierung, sondern ein gemeinsamer Code, dessen sich Herrscher und Untertanen bedienen, um sich ihres wechselseitigen Verhältnisses zu versichern – und dieses gegenüber den Ansprüchen und Interessen Dritter abzugrenzen. Zugleich dient die Panegyrik der Speicherung, Aktualisierung und Re-Interpretation vergangener Ritualhandlungen; sie ist in diesem Sinne von einer auf Zeremonien basierten Gesellschaft nicht zu trennen.
Personen

Christian Ronning Geboren 1973; Studium der Alten Geschichte, Mittleren Geschichte, Lateinischen Philologie und Politikwissenschaft in Münster; 2003 Promotion; wissenschaftlicher Assistent am Historischen Seminar der LMU München, Lehrstuhl für Alte Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Klio — 94 (2012), S. 228–231 (Gunnar Seelentag)
In: Historische Zeitschrift — 287 (2008), S. 420–421 (Manuela Keßler)
In: Sehepunkte — Www.sehepunkte.de (Bruno Bleckmann)
In: H-Soz-u-Kult — hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Johannes Wienand)
In: H-Judaic Book Reviews — Www.h-net.org/reviews/ (24.11.2008 (Johannes Wienand)