Die juristische Methode fragt: Was geschieht, wenn Entscheidungen getroffen werden? In welchem Verhältnis stehen die Texte zum Rechtsgefühl? Angesichts der Defizite von KI wird die klassische Methode, soweit sie an Transparenz, Kohärenz, menschlicher Erfahrung und juristischer Überzeugungskraft festhält, auch im Zeitalter der Digitalisierung eine Zukunft haben.
Die juristische Methode und ihre Kritik können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Einen Meilenstein bildet der sogenannte »Methodenstreit«, der um die Frage kreist, was geschieht, wenn in der Rechtspraxis Urteile gefällt werden? Die Antwort lautet: Es entscheiden nicht nur Texte, sondern auch das Rechtsgefühl, da Juristen Menschen sind. Herausforderungen wie Künstliche Intelligenz verdeutlichen die Grenzen mechanistischer Ansätze, da KI keinen Leib hat, keine Gefühle kennt und ihre Entscheidungen oft undurchsichtig bleiben. Angesichts dieser Defizite wird die klassische Methode, soweit sie an den Erfordernissen von Transparenz, Kohärenz, menschlicher Erfahrung und juristischer Überzeugungskraft festhält, auch im Zeitalter der Digitalisierung eine Zukunft haben.
Inhaltsübersicht:
Zwischen Gesetzestreue und freier Rechtsfindung: Der Kampf ums Recht in Shakespeares »Kaufmann von Venedig«
Jhering versus Kohler: Der Kaufmann von Venedig »vor dem Forum der Jurisprudenz«
Methodenstreit um 1900: »Pectus facit Juris consultum«
Die »neue Methode«: Entscheiden ohne Begründung?
Von der »neuen Methode« zur nationalsozialistischen Jurisprudenz
Das Schweizerische ZGB von 1912 als Vorbild für eine »freie Rechtsfindung«?
Die Kritik des juristischen Formalismus und der Begriffsjurisprudenz in den USA
Herstellung und Darstellung in der Methodendiskussion nach 1945
Fortsetzung: Herstellung und Darstellung in der Methodendiskussion nach 1945
Positivität des Rechtssystems: Spezifikation durch juristische Methode
Rückblende: Kirchmanns Kampf gegen die juristische Methode von 1847
Die Zukunft der juristischen Methode: Rehabilitierung durch »legal tech«?