Kleriker und Laien 978-3-16-160802-5 - Mohr Siebeck
Theologie

Kleriker und Laien

Verfestigung und Verflüssigung einer Grenze im Mittelalter
Herausgegeben von Jonathan Reinert und Volker Leppin

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ISBN 978-3-16-160802-5
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Im mittelalterlichen Kirchenrecht heißt es, dass es zwei Arten von Menschen gebe: Kleriker und Laien. Was zunächst eindeutig erscheint, wird bei näherer Betrachtung jedoch äußerst komplex. Prozesse der Verfestigung und Verflüssigung der Grenze zwischen Klerikern und Laien stehen im Zentrum dieses interdisziplinären Bandes.
Das Kirchenrecht in Form des Decretum Gratiani schrieb im 12. Jahrhundert, dass es zwei Arten von Menschen gebe: Kleriker und Laien. Was auf den ersten Blick eindeutig und selbstverständlich erscheint, wird bei näherer Betrachtung jedoch äußerst komplex. Das Verhältnis von Klerikern und Laien im Mittelalter ist eingebettet in zahlreiche weitere soziale, rechtliche, gesellschaftliche und theologische Distinktionen, wie geistlich und weltlich, gebildet und ungebildet, adlig und nicht-adlig sowie unterschiedliche Weihestufen.
Unter Heranziehung verschiedener Quellengattungen gehen die Beiträge dieses Bandes in exemplarischen Tiefenbohrungen Prozessen der Verfestigung und Verflüssigung der Grenze zwischen Klerikern und Laien nach. Theologie und Kirchengeschichte werden dabei in den Dialog mit Germanistik, Rechtsgeschichte und allgemeiner Geschichtswissenschaft gebracht.
Inhaltsübersicht
Jonathan Reinert: Kleriker und Laien im Mittelalter. Zur Einführung – Bastiaan Waagmeester: Priests, Pastoral Compendia and the Laity in the Carolingian Local Church. The Case of Sélestat, Bibliothèque humaniste, Ms. 132 – Sven Gröger: »Nicht nur Mönche gelangen zum Heil«. Zum Verhältnis von Mönchen, Klerikern und Laien bei Anselm von Canterbury – Ingo Klitzsch: De laude novae militiae. Bernhard von Clairvaux und die Verflüssigung der Grenze zwischen Mönchtum und Rittertum – David Kästle-Lamparter: »Eine schlimme, verwerfliche Gewohnheit…«. Das Verbot des Zivilrechtsstudiums für Kleriker im 12. und 13. Jahrhundert – Jonathan Reinert: 'Klerikalisierung' der Franziskaner? Zum Verhältnis von Klerikern und Laien in der Anfangszeit des Minderbrüderordens – Daniela Blum: Narrativer Balanceakt. Die Potentiale von Laien in der Hagiographie des 13. Jahrhunderts – Isabell Väth: Auf der Schwelle. Die hybriden Martinsdichtungen des 'Mönchs von Salzburg'- Wolf-Friedrich Schäufele: John Wyclif's Concepts of Church, Clergy and Laity – Ulrike Treusch: Stärkung der Laien durch Kirchenreform? Das Verhältnis von Klerus und Laien auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418) – Volker Leppin: Sakramentalität und Unmittelbarkeit. Normdiskrepanz und Ambiguität im spätmittelalterlichen Bußverständnis – Fabian Kunze: »Kain unndeschaid […] zwischen edeln und unedeln, zwischen pfaffen und layen, rich und armen«. Das Zusammenleben der Brüder von St. Peter auf dem Einsiedel als Abbild oder Modell eines gleichberechtigten Ständeregiments in Württemberg – Michael Neumaier: Das Verhältnis zwischen Klerus und Laien im mittelalterlichen geistlichen Spiel. Grenzziehungen – Grenzüberschreitungen – Grenzüberwindungen
Personen

Jonathan Reinert Geboren 1989; Studium der Ev. Theologie; 2015–18 Promotionsstipendiat am Graduiertenkolleg »Kulturelle Wirkungen der Reformation. Medialität« in Jena; 2019 Promotion; seit 2018 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Spätmittelalter und Reformation in Tübingen.
https://orcid.org/0000-0001-5560-4141

Volker Leppin Geboren 1966; Studium der Ev. Theologie; 1994 Promotion; 1997 Habilitation; 2000–10 Lehrstuhl für Kirchengeschichte in Jena; 2010–21 Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte in Tübingen; seit 2021 Horace Tracy Pitkin Professor of Historical Theology an der Yale Divinity School.
https://orcid.org/0000-0001-8561-1086

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: http://www.religion-weltanschauung-recht.de — https://religion-weltanschauung-recht.net/2021/06/01/jonathan-reinert-volker-leppin-hrsg- (Georg Neureither)