Max Weber-Gesamtausgabe 978-3-16-145765-4 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Weber

Max Weber-Gesamtausgabe

Band I/17: Wissenschaft als Beruf 1917/1919 / Politik als Beruf 1919
Hrsg. v. Wolfgang J. Mommsen, Wolfgang Schluchter, in Zus.-Arb. m. Birgitt Morgenbrod

1992. XIII, 296 Seiten.
119,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-145765-4
lieferbar
Die beiden berühmten Reden Max Webers, die er 1917 und 1919 vor dem Freistudentischen Bund in München hielt, werden hier erstmals in einem Band historisch-kritisch ediert und in ihren zeitgeschichtlichen Zusammenhang gestellt.
Auf Einladung des Freistudentischen Bundes, Landesverband Bayern, sprach Max Weber am 7. November 1917 zunächst über Wissenschaft als Beruf, am 28. Januar 1919 über Politik als Beruf in München. Beide Vorträge waren Teil einer Reihe 'Geistige Arbeit als Beruf' und sollten aus der Sicht der Veranstalter Sachverständigengutachten sein. Weber nutzte beide Gelegenheiten, um nicht nur über die äußere Seite dieser Berufe, sondern auch über ihre innere Seite, ihren Sinn, zu sprechen. Beider Vorträge wurden in überarbeiteter Form zuerst 1919 als Broschüren publiziert. Sie sind zu klassischen Texten der Kultur- und Sozialwissenschaften geworden. Seit ihrem Erscheinen haben sie die Diskussion um den Sinn der Wissenschaft in der Industriegesellschaft und der Politik in der Massendemokratie mitbestimmt.

Die Vorträge gehören nach Anlaß, Adressatenkreis und Zielsetzung zusammen. Deshalb wurden sie hier in einem Band ediert. Dies ist ein Novum. Neu ist auch, daß Vorformen der Vorträge mitgeteilt werden – im Falle von Wissenschaft als Beruf ein Zeitungsbericht, im Falle von Politik als Beruf Webers Stichwortmanuskript – und daß der Vergleich zwischen Vorform und Druckfassung durch die Textpräsentation erleichtert wird. Dies erlaubt es dem Leser, die Textgenese zu verfolgen.

In der Einleitung werden die werk-, zeit- und theoriegeschichtlichen Zusammenhänge skizziert, in denen die Vorträge stehen. Editorische Berichte und Sachkommentare schließen die Texte für den Leser weiter auf. Deren andauernde Aktualität kommt nicht zuletzt auch daher, daß Weber hier eine 'philosophische' Position formuliert, die um die Begriffe Berufspflicht, Selbstbegrenzung und Persönlichkeit zentriert ist. Es geht ihm in beiden Vorträgen letztlich um das Schicksal des Menschen in der modernen Welt.
Personen

Max Weber Geboren 1864 in Erfurt; Studium der Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen; 1889 Promotion über die Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter; 1891 Habilitationsschrift über Römische Agrargeschichte; Ordinarius für Nationalökonomie in Freiburg (ab 1894) und Heidelberg (ab 1897); Mitherausgeber des Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und Redakteur des Grundriß der Sozialökonomik; umfassende Beiträge zur Methodologie der Sozialwissenschaften, zur Politik des deutschen Kaiserreichs, zu Wirtschaft, Politik, Religion, Recht und Kunst in universalgeschichtlicher Perspektive; nach langem, krankheitsbedingtem Interim schließlich Professor für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie in München (ab 1919); gestorben 1920 in München.

Wolfgang J. Mommsen 1968–96 Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Düsseldorf; 1977–85 Direktor des Deutschen Historischen Instituts in London; 1988–92 Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands; 1976–2004 Mitherausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe.

Wolfgang Schluchter ist emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Heidelberg und geschäftsführender Herausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe.
https://orcid.org/0000-0001-8383-3224

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: British Journal of Sociology — Jg. 45, Nr. 3 (G. Poggi)
In: Schweizer Monatshefte — Jg. 74 (1994), Heft 7/8, S. 71–73 (Daniel Brühlmeier)
In: Bundeszentrale f.politische Bildung — 1 (1996)-41 (Christian Hacke)
In: Westdeutscher Rundfunk Köln — Sendung vom 21.5.93 (Sven Papcke)
In: Diritto e Cultura — Jg.IX (1999), Nr.1, S. 235
In: Nürnberger Zeitung — 30.1.1993, S. 2 (Joachim Vahland)
In: Archiv für Sozialgeschichte — Jg. 36, (1996), S. 536–552 (Friedrich Lenger)
In: FAZ – Redaktion NSB — Nr. 208 vom 7.9.92, S. 10 (Stefan Breuer)
In: Historische Zeitschrift — Band 260 (1995), S. 490–491 (Gregor Schöllgen)
In: Neue politische Literatur — Jg. 38 (1993), S. 479–480 (R. Mehring)
In: Neue Zürcher Zeitung — 22.23.4.1995, Nr. 93, S. 70 (Dr. P.-U. Merz-Benz)
In: Politische Vierteljahresschrift — 35. Jg. (1994), Heft 1, S. 121–131 (Dirk Käsler)
In: Soziologische Revue — Jg. 16 (1993), Heft 2, S. 135–148 (Michael Sukale)
In: Die Zeit – PolB — Nr. 18 vom 30.4.93, S. 18 (Gregor Schöllgen)