Max Weber-Gesamtausgabe 978-3-16-146821-6 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Weber

Max Weber-Gesamtausgabe

Band I/22,5: Wirtschaft und Gesellschaft. Die Stadt
Hrsg. v. Wilfried Nippel

1999. XXVI, 390 Seiten.
159,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-146821-6
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Webers umfassende Kulturvergleiche zur Stadt sind bis heute Grundlage und Ausgangspunkt der Forschung. Diese textkritische Ausgabe erschließt den universalhistorischen Text auf der Grundlage des Erstdrucks.
Max Webers universalhistorisches Werk stellt bis heute den wichtigsten Versuch dar, die Besonderheit der europäischen Entwicklung seit der Antike durch umfassende Kulturvergleiche zu erhellen. In dem posthum publizierten Text Die Stadt hat Weber eine vorläufige Synthese seiner Studien erarbeitet. Der Text legt eine universalhistorisch anwendbare Typologie von Städten vor und konzentriert sich dann auf das Thema der 'Stadt im Rechtssinn', der Stadtgemeinde. Die Stadtgemeinde ist die sich selbst verwaltende Bürgerschaft, wie sie nur in der okzidentalen, nicht jedoch in der orientalischen Stadt vorkomme. Für den Okzident stehen europäisches Mittelalter (mit den unterschiedlichen Ausprägungen der Stadtgemeinde in Italien, Deutschland und anderen Ländern nördlich der Alpen sowie in England) und griechisch-römische Antike, für den Orient vor allem Indien und China; aber auch die Spezifika der Städte des Alten Orients, des alten Israels, des Islams und Rußlands werden erörtert.
Die Schlüsselkategorie 'Verbrüderung' strukturiert sowohl den inner-okzidentalen Vergleich wie den zwischen Okzident und Orient. Verbrüderung, die sich symbolisch zumal in der Tischgemeinschaft ausweist, ist nach Weber – mit erheblichen Abstufungen zwischen Antike und christlichem Mittelalter – nur in der okzidentalen Stadt möglich gewesen, während dies in Indien durch die Kastenordnung und in China durch die Dominanz von Sippenverbänden ausgeschlossen gewesen sei.
Der nicht vollendete Text liegt in einem Bearbeitungsstand von 1913/14 vor. Er ist posthum im Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und 1922 noch einmal als Teil von Wirtschaft und Gesellschaft veröffentlicht worden. Der hier vorliegende Band bietet eine textkritische Ausgabe auf der Grundlage des Erstdrucks. Einleitung, editorischer Bericht und ausführliche Erläuterungen des Herausgebers erschließen einen für das universalhistorische Interesse Webers grundlegenden Text, der die Forschung zu einer Vielzahl von Epochen und Kulturen immer wieder angeregt hat und dies weiterhin tun wird.
Personen

Max Weber Geboren 1864 in Erfurt; Studium der Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen; 1889 Promotion über die Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter; 1891 Habilitationsschrift über Römische Agrargeschichte; Ordinarius für Nationalökonomie in Freiburg (ab 1894) und Heidelberg (ab 1897); Mitherausgeber des Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und Redakteur des Grundriß der Sozialökonomik; umfassende Beiträge zur Methodologie der Sozialwissenschaften, zur Politik des deutschen Kaiserreichs, zu Wirtschaft, Politik, Religion, Recht und Kunst in universalgeschichtlicher Perspektive; nach langem, krankheitsbedingtem Interim schließlich Professor für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie in München (ab 1919); gestorben 1920 in München.

W Nippel Geboren 1950; 1968–73 Studium in Köln und Marburg; 1978 Promotion; 1983 Habilitation; 1983–92 Professor für Alte Geschichte an der Universität Bielefeld, seit 1992 an der Humboldt-Universität Berlin.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Der Tagesspiegel — (17.12.1999), Nr. 16 907, S. 31 (Bernhard Schulz)
In: Süddeutsche Zeitung – SB — 2./3.März 2002, Nr.52, S. V (Gregor Schöllgen)
In: Diritto e Cultura — Jg.12 (2002), H.1–2, S.184 (Nur Bibliographie)
In: Handelsblatt – W u. P — Nr.207 26.10.1999, S. 58 (Michael Schefzyk)
In: Archiv für Sozialgeschichte — Bd.43 (2003), S. 574f (Friedrich Lenger)
In: FAZ – Redaktion NSB — (2.11.1999), Nr. 255, S. L22 (Stefan Breuer)
In: Historische Zeitschrift — Bd.272 (2001), S.130f. (Gregor Schöllgen)
In: Politische Vierteljahresschrift — Jg.43 (2002), H.1, S. 170ff (Prof. Käsler)
In: Soziologische Revue — Jg. 23, (2000), Nr. 2, S. 123ff. (Klaus Lichtblau)