Max Weber-Gesamtausgabe 978-3-16-154153-7 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Weber

Max Weber-Gesamtausgabe

Band II/1: Briefe 1875–1886
Hrsg. v. Gangolf Hübinger in Zus.-Arb. m. Thomas Gerhards u. Uta Hinz

2017. XXII, 759 Seiten.
314,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-154153-7
lieferbar
Entlang der edierten und kommentierten Briefe lässt sich der Bildungsweg des jungen Max Weber im Deutschen Kaiserreich der Gründerkrise und danach verfolgen. Neben Einblicken in die Persönlichkeitsentwicklung zeigen sie die preußische Militärausbildung der Einjährig-Freiwilligen und die Pflege des Briefeschreibens als bürgerliche Kommunikationskultur.
Die Briefe 1875–1886 umfassen Max Webers Lebensphase vom elfjährigen Schüler bis zum Studienabschluss des Einundzwanzigjährigen. Eindrucksvoll lässt sich entlang der 149 edierten und kommentierten Briefe der Bildungsweg des jungen Max Weber im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich verfolgen: von der Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Charlottenburg zu seinem rechtswissenschaftlichen Studium an den Universitäten Heidelberg, Straßburg, Berlin und Göttingen, einschließlich seiner Militärzeit in Straßburg. Die Briefe dokumentieren die enge Bindung an seine Familie, beleuchten seinen ungezähmten Lesehunger, sein frühes Interesse an Geschichte. Sie enthalten aufschlussreiche Selbstcharakterisierungen und Urteile zum verwandtschaftlichen Umfeld wie zu den politischen Entwicklungen der Bismarck-Ära, in die der Vater als liberaler Politiker und die sozialkaritativ engagierte Mutter unmittelbar eingebunden waren. Die oft tagebuchähnlichen Berichte seiner militärischen Ausbildung zum Reserveoffizier sind ein einzigartiges Erfahrungsdokument zum preußischen Heerwesen. Die Schilderungen seiner Studienzeit setzen uns in Kenntnis über sein breites intellektuelles Interesse über das Pflichtstudium hinaus wie über seine rege Teilnahme an burschenschaftlicher Geselligkeit. Die frühen Briefe, ausnahmslos an Eltern, Geschwister und nahe Verwandte gerichtet, zeugen von der im gebildeten Bürgertum sorgsam gepflegten schriftlichen Kommunikationskultur. Eine sachkundige Einleitung stellt die Briefe in ihre Kontexte; Editorische Vorbemerkungen, Kommentare, Verzeichnisse und Register erschließen den Band.
Personen

Max Weber Geboren 1864 in Erfurt; Studium der Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen; 1889 Promotion über die Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter; 1891 Habilitationsschrift über Römische Agrargeschichte; Ordinarius für Nationalökonomie in Freiburg (ab 1894) und Heidelberg (ab 1897); Mitherausgeber des Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und Redakteur des Grundriß der Sozialökonomik; umfassende Beiträge zur Methodologie der Sozialwissenschaften, zur Politik des deutschen Kaiserreichs, zu Wirtschaft, Politik, Religion, Recht und Kunst in universalgeschichtlicher Perspektive; nach langem, krankheitsbedingtem Interim schließlich Professor für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie in München (ab 1919); gestorben 1920 in München.

Gangolf Hübinger ist Professor i.R. für Vergleichende Kulturgeschichte der Neuzeit und Senior Fellow am Center B/Orders in Motion an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder); Mitherausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe und der Kritischen Gesamtausgabe von Ernst Troeltsch; Mitglied der Kommission für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Thomas Gerhards ist promovierter Historiker und derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.
https://orcid.org/0000-0002-0748-6002

Uta Hinz ist promovierte Historikerin und derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: H-Soz-u-Kult — http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2018–4-096 (11/2018) (Manfred Hettling)
In: Literaturkritik.de — http://literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=24150 (2/2018) (Dirk Kaesler)
In: Informationsmittel f. Bibliotheken — http://informationsmittel-fuer-bibliotheken.de/showfile.php?id=8713 (Till Kinzel)
In: Lo Stato — 9 (2017), S. 347 (Agostino Carrino)
In: Süddeutsche Zeitung – F — 10. Januar 2018, S. 12 (Gregor Schöllgen)
In: Theological Studies — 79 (2018), S. 193–194 (Christopher Adair-Toteff)