Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Weber

Max Weber-Gesamtausgabe

Band I/24: Wirtschaft und Gesellschaft. Entstehungsgeschichte und Dokumente
Dargest. u. hrsg. v. Wolfgang Schluchter

Unveränderte E-Book-Ausgabe 2019; 2009. XI, 285 Seiten.
134,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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ISBN 978-3-16-157762-8
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In diesem Buch wird die Entstehungsgeschichte von Max Webers Wirtschaft und Gesellschaft dargestellt. Es zeigt sich, daß, entgegen einer verbreiteten Meinung, Wirtschaft und Gesellschaft kein Buch in Teilen, sondern ein Projekt in zwei unvollendeten Fassungen ist.
Auf Bitten von Paul Siebeck erklärte sich Max Weber im Laufe des Jahres 1908 bereit, das Handbuch der politischen Ökonomie in Absprache mit Fachkollegen neu zu konzipieren und die Schriftleitung dafür zu übernehmen. Für dieses Handbuch wählte man 1914 den Titel Grundriß der Sozialökonomik. In diesem Zusammenhang arbeitete Max Weber auch an einem eigenen Beitrag für das Sammelwerk unter dem Titel »Wirtschaft und Gesellschaft«, den er 1914 in »Die Wirtschaft und die gesellschaftlichen Ordnungen und Mächte« umbenannte. Dieser Beitrag war bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs noch lückenhaft. Max Weber ließ ihn während des Krieges liegen und entschied sich nach dem Krieg, ihn unter einer neuen Disposition und auf der Grundlage der Vorkriegsmanuskripte neu zu schreiben. Wegen seines Todes im Jahre 1920 blieb aber auch die Neufassung unvollendet. Erst Marianne Weber fügte die im Druck befindlichen mit den nachgelassenen Manuskripten zu einem Buch in drei Teilen zusammen, das 1921/1922 in vier Lieferungen, die dann zur ersten Auflage gebunden wurden, erschien. Johannes Winckelmann machte nach Marianne Webers Tod aus den drei Teilen zwei Teile. Als ein Buch in Teilen wurde es auch übersetzt und weltweit rezipiert.
In dem vorliegenden Band der Max Weber-Gesamtausgabe wird sowohl die Entstehungsgeschichte des Sammelwerks wie auch die von Max Webers Hauptbeitrag dazu nachgezeichnet und anhand der einschlägigen Dokumente belegt. Das wichtigste Ergebnis: Wirtschaft und Gesellschaft ist kein Buch in drei oder in zwei Teilen, sondern ein Projekt in zwei Fassungen, und deren Entstehungsgeschichte steht in engem Zusammenhang mit der des Sammelwerks.
Personen

Max Weber Geboren 1864 in Erfurt; Studium der Jurisprudenz, Geschichte, Nationalökonomie und Philosophie in Heidelberg, Berlin und Göttingen; 1889 Promotion über die Geschichte der Handelsgesellschaften im Mittelalter; 1891 Habilitationsschrift über Römische Agrargeschichte; Ordinarius für Nationalökonomie in Freiburg (ab 1894) und Heidelberg (ab 1897); Mitherausgeber des Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik und Redakteur des Grundriß der Sozialökonomik; umfassende Beiträge zur Methodologie der Sozialwissenschaften, zur Politik des deutschen Kaiserreichs, zu Wirtschaft, Politik, Religion, Recht und Kunst in universalgeschichtlicher Perspektive; nach langem, krankheitsbedingtem Interim schließlich Professor für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie in München (ab 1919); gestorben 1920 in München.

Wolfgang Schluchter ist emeritierter Professor für Soziologie an der Universität Heidelberg und geschäftsführender Herausgeber der Max Weber-Gesamtausgabe.
https://orcid.org/0000-0001-8383-3224

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Archiv für Sozialgeschichte — 51 (2011), S. 645–660 (Friedrich Lenger)
In: Informationsmittel f. Bibliotheken — http://ifb.bsz-bw.de/bsz313784019rez-1.pdf?id=4599 (12/2011) (Joachim Lilla)
In: Journal for Classical Sociology — 11 (2011), S. 495–505 (Christopher Adair-Toteff)
In: Literaturkritik.de — http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14180 (05/2010) (Dirk Kaesler)
In: Journal of the History of the Behavioral Sciences — 46 (2010), S. 424–426 (Zoltan Tarr)
In: Historische Zeitschrift — 291 (2010), S. 746–748 (Gregor Schöllgen)
In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (VSWG) — 98 (2011), S. 74–75 (Dirk Kaesler)
In: Zyklos – Jahrbuch für Theorie und Geschichte der Soziologie — 2 (2015), S. 195–222 (Klaus Lichtblau)
In: Max Weber Studies — 17 (2017), S. 282–296 (Keith Tribe)