Max Weber und der Erste Weltkrieg 978-3-16-155061-4 - Mohr Siebeck
Geschichtswissenschaft

Hinnerk Bruhns

Max Weber und der Erste Weltkrieg

2017. VIII, 221 Seiten.
erscheint im Juni
24,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
eBook PDF
ISBN 978-3-16-155061-4
DOI 10.1628/978-3-16-155061-4
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Gibt es bei Max Weber eine Soziologie des Krieges? Hinnerk Bruhns befasst sich mit dieser Frage, indem er Webers Bild der deutschen Geschichte und seine Sicht des Krieges auf der Grundlage seiner Kriegspublizistik, seiner Kriegs- und Nachkriegsreden sowie seiner privaten Korrespondenz beleuchtet.
Die Nation als Max Webers letzter Wert: genügt diese Erklärung, um das – scheinbare? – Paradoxon aufzulösen, dass der scharfsinnigste deutsche Sozialwissenschaftler seiner Zeit 1914 ganz offensichtlich die Kriegsbegeisterung zahlloser Akademiker und Intellektueller teilte, noch Ende 1918 den Krieg rechtfertigte und erklärte, zur Wiederaufrichtung Deutschlands würde er sich auch mit dem leibhaftigen Teufel verbünden? Auf der Grundlage seiner Kriegspublizistik, seiner Reden, sowie der privaten und beruflichen Korrespondenz beleuchtet Hinnerk Bruhns Webers Einstellung zum Krieg, sein Bild der deutschen Geschichte und seine Auffassung von Tod, Ehre, Macht und Schicksal. Im Zentrum der Darstellung stehen die Ideen Max Webers für den Frieden, ausgehend von seiner ersten großen Kriegsrede am 1. August 1916, bis hin zu seiner Beteiligung als Experte in der deutschen Delegation bei der Pariser Friedenskonferenz. In den innerpolitischen Auseinandersetzungen stellte Weber den »Ideen von 1914«, jenen viel studierten rückwärtsgewandten Zukunftsentwürfen der Mehrheit der national gesinnten Intellektuellen, seine eigenen – bisher kaum beachteten – »Ideen von 1918« gegenüber, als Grundlage für eine friedliche Entwicklung des deutschen Nationalstaats. Die Analyse der wissenschaftlichen Arbeiten Webers in den Kriegsjahren, im weiteren Kontext der sozialwissenschaftlichen Kriegsproduktion in Deutschland, zumal in der von ihm mit herausgegebenen Zeitschrift Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, lässt darüber hinaus die Frage nach einer Soziologie des Krieges und nach Webers Verhältnis zur Nation in neuem Licht erscheinen.
Inhaltsübersicht
I. Von der Schwelle des dritten Kriegsjahres zum Versailler Vertrag
1. Max Webers Friede
2. Eine Horde von Irrsinnigen
3. Max Webers Krieg. Rückblick auf 1914
4. Wider die »Ideen von 1914«
5. Kriegsgewinnler, Kriegsverlierer : die Ideen von 1918 und die Zukunft der Nation
6. 1918/1919: Der verlorene Frieden

II. Krieg und Wissenschaft
1. Wissenschaft im Krieg
2. Wissenschaft für den Krieg
3. Sozialwissenschaftliche 'Kriegsproduktion'
4. Eine Soziologie des Krieges?
5. Wissenschaft ohne Grenzen?

III. Ehre, Schicksal und Geschichte
1. Das Lazarett als Beruf und Berufung?
2. Der Sinn des Todes
3. Ehre
4. Max Webers Sprache
5. Schicksal
6. Seit Deutschland Holland verloren hat
7. »Macht-Pragma«
Personen

Hinnerk Bruhns Geboren 1943; 1973 Promotion in Alter Geschichte an der Universität zu Köln; 1971–75 Lehre an der Universität Aix-en-Provence, 1976–79 an der Ruhr-Universität Bochum und seit 1982 an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris; seit 1985 Directeur de recherche im Centre National de la Recherche Scientifique, Paris, und Mitglied des Centre de recherches historiques (EHESS/CNRS).

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Theologische Literaturzeitung — 143 (2018), S. 91–92 (Konrad Hammann)