Max Webers »Religionssystematik« 978-3-16-147501-6 - Mohr Siebeck
Sozial-/Kulturwissenschaften

Max Webers »Religionssystematik«

Hrsg. v. Hans G. Kippenberg u. Martin Riesebrodt

2001. VIII, 349 Seiten.
54,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-147501-6
lieferbar
Max Webers 'Religionssystematik' baut auf der Vorarbeit der zeitgenössischen vergleichenden Religionswissenschaft auf. Vor diesem Hintergrund führen die Herausgeber in Konzepte, Weltbilder, 'Träger religiösen Handelns' sowie Lebensführungsprinzipien ein, die Max Weber entwickelt und ermittelt hat.
Seit einigen Jahren ziehen Webers Studien zu den großen Religionen die Aufmerksamkeit auf sich. Webers Behauptung, daß Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Konfuzianismus und Buddhismus als Mächte der Lebensregulierung Auswirkungen – positiver wie negativer Art – auf die Entstehung der modernen rationalen Kultur hatten, hat zunehmend in den Fachdisziplinen das Interesse geweckt. Kaum beachtet wurde hingegen, daß Webers Sicht ohne die Vorarbeit der zeitgenössischen vergleichenden Religionswissenschaft kaum denkbar gewesen wäre. Erst ihre Paradigmen und Konzepte haben es ihm möglich gemacht, religionshistorische Daten zu Quellen einer universalen Kulturgeschichte zu machen. Das Interesse von Wissenschaftlern und Intellektuellen an der Religionsgeschichte gründete oftmals in der Annahme, daß die moderne, scheinbar areligiöse Kultur nur im Kontext der Religionsgeschichte adäquat verstanden werden könne. Zudem stellte die Religion für viele das stärkste Gegengewicht zum modernen Utilitarismus dar, der als eine Gefährdung der sozialmoralischen Ordnung und Kultur angesehen wurde. Gerade umgekehrt: Um ihre Entstehung zu analysieren, brauchte man die Hilfe der Religionsgeschichte. Max Weber selbst hat gelegentlich von seiner Religionssoziologie als »Religionssystematik« gesprochen.
Die Autoren der Beiträge dieses Bandes machen Webers Stellung im wissenschaftlichen Diskurs der Jahrhundertwende sichtbar, sowohl in seiner Abhängigkeit von anderen Autoren wie auch in seiner Eigenständigkeit und Kreativität.
Inhaltsübersicht
Hans G. Kippenberg: Einleitung – Hans G. Kippenberg: 'Meine Religionssystematik' – Björne Jacobsen: Hiatus Irrationalis – Volkhard Krech: Religiosität – Hans G. Kippenberg: Religionsentwicklung – Martin Riesebrodt: Religiöse Vergemeinschaftungen – Stefan Breuer: Magie, Zauber, Entzauberung – Martin Riesebrodt: Charisma – Bernhard Lang: Prophet, Priester, Virtuose – Martin Riesebrodt: Ethische und exemplarische Prophetie – Edith Hanke: Erlösung – Stefan Breuer: Weltablehnung – Volkhard Krech: Mystik – Hubert Treiber: Askese – Klaus Lichtblau: Ressentiment – Gangolf Hübinger: Intellektuelle, Intellektualismus – Hartmann Tyrell: Antagonismus der Werte – Burkhard Gladigow: Polytheismus
Personen

Hans G. Kippenberg ist Professor für Religionswissenschaft an der Universität Bremen und Fellow am Max-Weber Kolleg der Universität Erfurt.

Martin Riesebrodt Geboren 1948; seit 1990 Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Religionssoziologie am Department of Sociology und an der Divinity School der University of Chicago.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr.f.Geschichtswissenschaft — 50 (2002), H.10, S. 942f (Reinhard Mehring)
In: Zeitschr. f. d. Alttestamentl. Wissenschaft — Bd.114 (2002), S. 316 (M.K.)
In: Süddeutsche Zeitung – F — 2./3.März 2002, Nr.52, S. V (Gregor Schöllgen)
In: Polifemo — II (2002), S. 99ff (Fabio Mora)
In: Historische Zeitschrift — Bd.276 (2003), S.393ff (Gregor Schöllgen)
In: Merkur — 2004, Nr.9+10, S.793 (Gustav Seibt)
In: Nederlands Theologisch Tijdschrift — Jg.56 (2002), H.4, S. 359f (Arie L. Molendijk)
In: Soziologische Revue — Jg.26 (2003), H.1, S. 131ff (Thomas Schwinn)
In: Theologische Literaturzeitung — Jg.130 (2005), H.4, Sp.440ff (Christian Albrecht)