Minimalstaat 978-3-16-149604-2 - Mohr Siebeck
Philosophie

Bodo Knoll

Minimalstaat

Eine Auseinandersetzung mit Robert Nozicks Argumenten

99,00 €
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Leinen
ISBN 978-3-16-149604-2
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Robert Nozicks Hauptwerk Anarchy, State, and Utopia rechtfertigt einen Minimalstaat und uneingeschränkte private Eigentumsrechte. Bodo Knoll arbeitet die Bezüge von Nozicks Ansatz zu ökonomischen Konzepten heraus und kritisiert die Ableitung des Minimalstaats aus ökonomischer und philosophischer Perspektive.
Der Philosoph Robert Nozick versucht in seinem Werk Anarchy, State, and Utopia einen Minimalstaat zu rechtfertigen, dessen Funktion auf die Sicherung individueller Rechte beschränkt ist. Nach der Anspruchstheorie ist jede Eigentumsverteilung gerecht, wenn sie das Ergebnis der zwangfreien Aneignung herrenloser Gegenstände und der freiwilligen Übertragung von Eigentum ist oder alle ungerechten Transaktionen der Vergangenheit berichtigt sind. Im vorliegenden Buch vergleicht Bodo Knoll den Ansatz von Nozick mit alternativen Begründungsversuchen libertärer Gesellschaftsutopien. In einer Rekonstruktion der Argumentation arbeitet er zahlreiche Bezüge zu ökonomischen Konzepten heraus: Anknüpfungspunkte bestehen sowohl zur Wohlfahrtsökonomik und zur ökonomischen Analyse des Rechts als auch zur modernen Theorie des Föderalismus und zur Social Choice-Theorie. Die Ableitung des Minimalstaats und die Anspruchstheorie werden aus ökonomischer und philosophischer Perspektive kritisiert. Beispielsweise begünstigen Nozicks Annahmen über den anarchischen Naturzustand die Ableitung eines Minimalstaats. Marktversagenstatbestände betreffen nicht nur das Gut »Schutz«. Bodo Knoll diskutiert, ob absolute und vollständige Eigentumsrechte widerspruchsfrei aus der Anspruchstheorie begründet werden können und ob die resultierende Eigentumsverteilung eine intergenerative Ungerechtigkeit darstellt. Zudem erweist sich die Berichtigung ungerechter Aneignungen und Transfers angesichts fehlender Informationen als schwierig. Nozicks Kritik an strukturellen Gerechtigkeitsgrundsätzen führt in ein Dilemma, weil auch die Anspruchstheorie einen vagen Gerechtigkeitsbegriff definiert.
Personen

Bodo Knoll Geboren 1975; Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und der Philosophie und Volkswirtschaftslehre an der FernUniversität Hagen; 2002–2006 Doktorand am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft in Hohenheim und Stipendiat der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg; seit 2006 wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Finanzwissenschaft in Hohenheim; 2007 Promotion.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Der Staat — 2009, 143–145 (Rolf Gröschner)
In: Portal für Politikwiss. pw-portal.de — www.zpol.de (16.10.2008)