Netzwerke der Nonnen 978-3-16-160898-8 - Mohr Siebeck
Theologie

Netzwerke der Nonnen

Kritische Edition der Briefsammlung der Lüner Benediktinerinnen (Hs. 15, ca. 1460–1555)
Herausgegeben von Eva Schlotheuber und Henrike Lähnemann unter Mitarbeit von Philipp Stenzig, Philipp Trettin, Lena Vosding, Edmund Wareham, Simone Schultz-Balluff und Timo Bülters

ca. 160,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-160898-8
in Vorbereitung
Auch verfügbar als:
Die in dieser Edition versammelten Briefe geben Einblick in das weitgespannte Netzwerk und die Kommunikationspraxis der Lüner Nonnen. Mit Witz und Eleganz formulierten die Nonnen Verhandlungsschreiben wie Freundschaftsbriefe auf Latein, Niederdeutsch und in einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen charakteristischen Sprachmischung, um ihre Anliegen mit der Feder durchzusetzen und ihre religiösen Ziele zum Ausdruck zu bringen.
Die Briefbücher des Benediktinerinnenklosters Lüne stellen eine reiche Quelle für spätmittelalterliche Frömmigkeit, Gelehrsamkeit und Kommunikationsnetzwerke dar. Die Frauen erzählen lebendig vom Alltag und Festtag im Kloster, vom Verhältnis zum Propst, den Familien oder den Lüner Ratsherren bis zu geistlichen Freundschaften mit Frauen aus den Nachbarkonventen. Als eine Besonderheit sind nicht nur Briefe der Ämterinhaberinnen sondern aller Konventsmitglieder bis zu den Klosterschülerinnen überliefert. Nicht zuletzt kann erstmals das Ringen mit den aufkommenden reformatorischen Gedanken aus der Binnenperspektive einer Benediktinerinnengemeinschaft erfasst werden.
Die Edition umfasst über 450 Briefe, die auf Lateinisch, Niederdeutsch und in einer charakteristischen Mischsprache verfasst wurden. Sie erschließt den sozialen, sprachlichen, historischen und rhetorischen Kontext der gelehrten Nonnen und ihre Kommunikationsnetzwerke. Die Lüner Briefbücher erweitern das Korpus der im Spätmittelalter von Frauen selbständig verfassten Texte erheblich. Dabei formten die Nonnen eine auf ihre Bedürfnisse angepasste Sprache, die ihren Klosteralltag und ihre religiösen Ziele angemessen zum Ausdruck bringen konnte.
Inhaltsübersicht
1) Historischer Kontext
Eva Schlotheuber: Der Lüner Konvent und die Klosterlandschaft bis 1500 – Edmund Wareham: Die Einführung der Reformation – Lena Vosding: Überlieferungskontext – Lüner Quellen des 15. und 16. Jahrhunderts

2) Sozialer Kontext und Netzwerke
Edmund Wareham: Einführung – Philipp Trettin: Lüneburger Familien und Ämterkarrieren im Kloster Lüne – Philipp Stenzig: Netzwerke der Pröpste

3) Bildung und sprachlicher Kontext
Eva Schlotheuber: Die Ausbildung der Nonnen – Henrike Lähnemann: Zweisprachigkeit und literarische Verarbeitung – Simone Schultz-Balluff/Timo Bülters: Schriftsprachliche Besonderheiten der niederdeutsch abgefassten Lüner Briefe – Lena Vosding: Brieflehren und Rhetorik der Nonnen

4) Edition
Lena Vosding: Handschriftenbeschreibung – Wolfgang Seifert: Technische Umsetzung und Webpräsentation
Personen

Eva Schlotheuber Geboren 1959; Studium der Geschichte und Anthropologie in Göttingen; 1994 Promotion; 2003 Habilitation; seit 2010 Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der HHU Düsseldorf.

Henrike Lähnemann Geboren 1968; Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Theologie in Bamberg, Edinburgh, Berlin und Göttingen; 1995 Promotion; 2003 Habilitation; seit 2015 Professor of Medieval German Literature and Linguistics an der University of Oxford.
https://orcid.org/0000-0002-1994-5157

Philipp Stenzig Geboren 1976; Promotion in Geschichte; Koordinator des DFG-Graduiertenkollegs 581 Gesellschaftliche Symbolik im Mittelalter; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Mittellateinischen Seminar der Universität Münster; seit 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Düsseldorf.

Philipp Trettin Keine aktuellen Daten verfügbar.

Lena Vosding Keine aktuellen Daten verfügbar.

Edmund Wareham Keine aktuellen Daten verfügbar.

Simone Schultz-Balluff Keine aktuellen Daten verfügbar.

Timo Bülters Keine aktuellen Daten verfügbar.

Rezensionen

Für diesen Titel liegen noch keine Rezensionen vor.