In einer Zeit, in der die kirchliche Verkündigung zunehmend an Plausibilität verliert, ist die Auseinandersetzung mit dem Atheismus wichtig. Hans Hübner thematisiert dazu Friedrich Nietzsche, dessen Denkstrukturen trotz seines Atheismus zutiefst vom theologischen Denken bestimmt sind.
Als philosophischer Denker ist Friedrich Nietzsche für Theologie und Kirche von so großer Bedeutung, weil er derjenige unter den Atheisten ist, der gerade in seiner so bewußt und aggressiv vertretenen Gottlosigkeit nie von der Gottesfrage losgekommen ist. Sein Atheismus ist ein
erlittener Atheismus und als solcher ein besonders ehrlicher Atheismus. Nietzsche wußte von der Horizontlosigkeit des Gottlosen. Trotz aller Polemik gegenüber dem Christentum dürfte er derjenige Atheist sein, mit dem sich die Auseinandersetzung am meisten lohnt. Er hat die Gottlosigkeit am tiefsten durchdacht und auch dementsprechenden Einfluß gehabt. Seine Denkstrukturen sind zutiefst von theologischen Denkstrukturen beherrscht; gerade darin liegt der besondere Reiz, sich ihm von seiten der Theologie und der Kirche zu nähern. Niemand sollte in der heutigen Zeit, in der die kirchliche Verkündigung zunehmend an Plausibilität verliert, Nietzsche außer acht lassen.
Inhaltsübersicht:
1. Hinführung zu Friedrich Nietzsche
2. Zur Biographie Friedrich Nietzsches
3. Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik
Zum Inhalt der Schrift - Die Geburt der Tragödie aus der Sicht des Neuen Testaments
4. Zweite Unzeitgemäße Betrachtung: Vom Nutzen und Nachtheil der Historie für das Leben
Zum Inhalt der Schrift - Die Historienschrift und das Neue Testament
5. Menschliches, Allzumenschliches
Zum Inhalt der Schrift - Menschliches, Allzumenschliches und Gottes und des Menschen Ich im Neuen Testament
6. Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurteile
7. Die fröhliche Wissenschaft ('la gaya scienza')
8. Also sprach Zarathustra
9. Der Nihilismus