Populismus und alternative Fakten 978-3-16-156065-1 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Populismus und alternative Fakten

(Straf-)Rechtswissenschaft in der Krise? Abschiedskolloquium für Walter Gropp
Herausgegeben von Arndt Sinn, Pierre Hauck, Michael Nagel und Liane Wörner

2020. VIII, 384 Seiten.
119,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-156065-1
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Ist das Strafrecht vor dem Hintergrund der sich wandelnden (geo-)politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse und der damit einhergehenden technikbedingten neuen Herausforderungen in die Krise geraten? Der vorliegende Kolloquiumsband zu Ehren von Walter Gropp befasst sich mit aktuellen Problembereichen, mit denen sich das Strafrecht im In- und Ausland gegenwärtig konfrontiert sieht.
Das Oeuvre Walter Gropps ist von Überlegungen zu Grundfragen des Lebensschutzes und zum Allgemeinen Teil des StGB geprägt. Sein Interesse galt und gilt aber ebenso der organisierten Kriminalität, dem Besonderen Teil, dem Medizinstrafrecht, der Wirtschaftskriminalität, dem Strafprozessrecht, insbesondere der Strafrechtsvergleichung und nicht zuletzt der Kriminalpolitik. Dementsprechend universal sind auch die Beiträge, die ihm in diesem Band von seinen Weggefährten gewidmet wurden. Sie sind verbunden mit der hochaktuellen und über die nationalen Grenzen hinweg zu beantwortenden Frage, welche Bedeutung das Strafrecht und die Strafrechtswissenschaft angesichts zunehmend populistischer Strömungen haben. Der Band enthält Beiträge von Persönlichkeiten, die mit Walter Gropp an den vielen Stationen seines wissenschaftlichen Wirkens zusammengearbeitet haben und die anlässlich eines Abschiedskolloquiums im Frühjahr 2018 gemeinsam in Gießen diskutiert wurden.
Inhaltsübersicht
Josef Bischof: Walter Gropp als Gründungsprofessor Strafrecht und Dekan an der Juristenfakultät Leipzig - Shawn Marie Boyne: Truth or Justice: A Comparative Look at the Exclusionary Rule in Germany and the United States - Selman Dursun: Ein Überblick über die Kinderpornographie im türkischen Strafrecht - Albin Eser: Fehlentwicklungen durch überzogene Prinzipien? Auf der Suche nach allseits fairer Strafgerichtsbarkeit - Helmut Goerlich: Das Versprechen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes vom 1. September 2017 - Samantha Halliday: Maintaining the criminal prohibition of abortion as a means of protecting women - alternative facts and realities in reproductive law and policy - Pierre Hauck: Persönlichkeit und/oder Unrecht? - Die Bedeutung verwerflicher Tatmotivation für Strafbarkeit und Strafe - Krisztina Karsai: Externe Auswirkungen der Zusammenarbeit im Rahmen der Europäischen Staatsanwaltschaft - Arthur Kreuzer: Das Ultima-ratio-Prinzip und die aktuelle deutsche Strafgesetzgebung - Michael Nagel: Das 'rechtliche Gehör' als Garant für Freiheit und Wahrheit im Zeitalter des 'Populismus' und sog. 'Fake News'? - Ferenc Nagy: Populistische Züge im ungarischen Strafensystem - Bahri Öztürk: Die jüngsten Entwicklungen im türkischen Strafverfahrensrecht und die Umsetzung des Fair-Trial-Grundsatzes – Wolfgang Schild: Das nicht-rechtliche Wissen der Strafrechtswissenschaft - Friedrich-Christian Schroeder: § 184c-f-g-h – eines kurzen Paragrafen lange Reise durch das Strafgesetzbuch - Arndt Sinn: Von Trojanern, Hybriden und Serviceanbietern – 25 Jahre Gesetz zur Bekämpfung des illegalen Rauschgifthandels und anderer Erscheinungsformen der Organisierten Kriminalität (OrgKG) - Jaan Sootak: Nachklang eines früheren Strafrechts oder eigenständige neue Lösung bei der Strafzumessung? - Adem Sözüer: Rechtsstaatliche Grenzen im Ausnahmezustand - Zsolt Szomora: Aller Anfang ist schwer - Die teleologische Auslegung im ungarischen Strafrecht – Makoto Tadaki: Strafgesetzgebung undOpfer - Zum Einfluss auf das materielle Recht und Verfahrensrecht - Liane Wörner: Ein Urteil als Ehrentitel im Kampf für ein besseres Gesetz? Die populistische Debatte um die Strafbarkeit der Werbung für den Schwangerschaftsabbruch gem. § 219a StGB
Personen

Arndt Sinn ist Inhaber des Lehrstuhls für Deutsches und Europäisches Straf- und Strafprozessrecht, Internationales Strafrecht sowie Strafrechtsvergleichung an der Juristischen Fakultät der Universität Osnabrück und Direktor und Gründer des Zentrums für Europäische und Internationale Strafrechtsstudien (ZEIS).

Pierre Hauck ist Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht und Strafprozessrecht am Fachbereich Rechtswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Michael Nagel ist Strafverteidiger in Hannover und Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover.

Liane Wörner ist Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung, Medizinstrafrecht und Rechtstheorie am Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Konstanz.

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