Ulrich Barth widmet sich in seinen Studien dem von der Theologie lange vernachlässigten Thema Religion. Er zeigt die Relevanz von Philosophie und Kulturwissenschaften zu ihrer Beschreibung und bestimmt sie als eine Grundform menschlicher Deutungskultur.
Der Begriff der Religion bildet das gedankliche Organisationszentrum der Theologie. Religion als Phänomen erschließt sich hingegen nur in einer Vielfalt interdisziplinärer Theoriebezüge. Ulrich Barth verfolgt in den hier gesammelten Studien eine zugleich transzendentale und kulturwissenschaftliche Grundlegung, wobei der Sinnbegriff den gemeinsamen Bezugspunkt bildet. Der Autor zeigt, daß Religion auch im ethischen und ästhetischen Sinne eine Grundform menschlicher Deutungskultur darstellt. Er nähert sich dem Thema in fünfzehn Einzelstudien, die in fünf großen Kapitel, 'Religion und Sinn', 'Religion und Moderne', 'Religion und Subjektivität', 'Religion und Autonomie' und 'Religion und Naturwissenschaft', eingeteilt sind.
Inhaltsübersicht:
Erster Teil: Religion und Sinn Was ist Religion? Sinndeutung zwischen Erfahrung und Letztbegründung Theoriedimensionen des Religionsbegriffs. Die Binnenrelevanz der sogenannten Außenperspektiven
Die sinntheoretischen Grundlagen des Religionsbegriffs. Problemgeschichtliche Hintergründe zum frühen Tillich
Zweiter Teil: Religion und Moderne Säkularisierung und Moderne. Die soziokulturelle Transformation der Religion
Die Umformungskrise des modernen Protestantismus. Beobachtungen zur Christentumstheorie Falk Wagners
Semantischer Interpretationismus. Die andere Selbstkorrektur der Analytischen Philosophie
Dritter Teil: Religion und Subjektivität Religion und ästhetische Erfahrung. Interdependenzen symbolischer Erlebniskultur
Cartesianische oder hermeneutische Subjektivität. Heideggers Beitrag zu einer Theorie der Selbstdeutung
Von der Ethikotheologie zum System religiöser Deutungswelten. Pantheismusstreit, Atheismusstreit und Fichtes Konsequenzen
Vierter Teil: Religion und Autonomie Die religiöse Dimension des Ethischen. Grundzüge einer christlichen Verantwortungsethik
Herkunft und Bedeutung des Menschenwürdekonzepts. Der Wandel der Gottebenbildlichkeitsvorstellung
Die Antinomien des modernen Kapitalismus. Wirtschaftsethische Überlegungen im Anschluß an Max Weber
Fünfter Teil: Religion und Naturwissenschaft Abschied von der Kosmologie. Welterklärung und religiöse Endlichkeitsreflexion
Gehirn und Geist. Transzendentalphilosophie und Evolutionstheorie
Gott und Natur. Schellings metaphysische Deutung der Evolution
Anhang Veröffentlichungsnachweise
Namensregister
Sachregister