Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter 978-3-16-153529-1 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter

Spannungen und ungelöste Konflikte
Hrsg. v. Juliane Kokott u. Ute Mager

2014. XVI, 186 Seiten.
64,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-153529-1
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Der interdisziplinäre Tagungsband widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen dem Menschenrecht der Gleichberechtigung und Ungleichbehandlungen von Mann und Frau, zu deren Rechtfertigung das Grundrecht der Religionsfreiheit in Anspruch genommen wird. Vorschläge zur Lösung des Grundrechtskonflikts werden entwickelt.
Der interdisziplinär und religionsübergreifend angelegte Tagungsband widmet sich dem spannungsreichen Verhältnis zwischen dem universellen Menschenrecht der Gleichberechtigung und religiös-kulturell begründeten Ungleichbehandlungen von Mann und Frau, zu deren Rechtfertigung das Grundrecht der Religionsfreiheit in Anspruch genommen wird. Religiöse Überzeugungen wie auch das Geschlechterverhältnis berühren fundamentale Fragen der Wertorientierung und Lebensführung. Sie sind daher auf das engste verwoben mit Kultur und Politik. Darin liegt die Komplexität des Grundrechtskonflikts, der in diesem Band rechtstheoretisch analysiert wie auch exemplarisch veranschaulicht wird und zu dessen Lösung Vorschläge entwickelt werden.
Inhaltsübersicht
Rechtstheoretische Grundlagen Matthias Mahlmann: Vielfalt der Religionen, Einheit der Gleichheit? – Susanne Baer: Gleichberechtigung in pluralen Gesellschaften. Ausgangspunkte und Grenzen eines vertieften Gesprächs Frauenbilder in Religionen Karl Kardinal Lehmann: Anthropologische Perspektiven aus der Sicht katholischer Theologie – Ute Gause: »Explosion der Moderne«? (Kurt Nowak) – Der Wandel des evangelischen Frauenbildes in Deutschland im 20. Jahrhundert – Irene Schneider: Frauenbilder und Geschlechterrollen im islamischen Diskurs in Geschichte und Gegenwart – Axel Michaels: Heilige Ehefrauen und gefährliche Witwen: Der Status von Frauen im vormodernen Hindu-Recht Frauenrollen und Bekleidungsvorschriften Anna-Katharina Höpflinger: »Mit schlangen gürt ich meinen leyb«. Die Verhüllung der Frau und die Forderung nach Geschlechtergleichheit in der christlichen Religionsgeschichte – Elisa Klapheck: Der Tallit als Symbol für jüdische Frauenemanzipation. Religiöse Dress Codes und der Kampf um innerreligiöse Religionsfreiheit Aktuelle Rechtsprobleme Irene Schneider: Der ṭalāq auf Reisen: Kodifikation, Geschlechtergleichheit und Islamisches Personalstatut in der globalen postkolonialen Moderne – Angelika Nußberger: Unauflösbare Wertungswidersprüche? – Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Autonomie von Religionsgemeinschaften und zum Verbot der Diskriminierung aufgrund des Geschlechts
Personen

Ute Mager Geboren 1962; 1994 Promotion und 2002 Habilitation an der Freien Universität Berlin. Seit 2004 Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Heidelberg, seit 2007 Direktorin des Zentrums für anwaltsorientierte Juristenausbildung, 2010 – 2018 Richterin im Nebenamt am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, seit 2017 Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.

Juliane Kokott ist Generalanwältin am Gerichtshof der Europäischen Union.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Archiv für Kath.Kirchenrecht — 2015, 315–320 (Sabine Demel)
In: Revue Hellenique des Droits de l'homme — 2016, 1034