Schuld und Vergebung 978-3-16-155277-9 - Mohr Siebeck
Theologie

Schuld und Vergebung

Festschrift für Michael Beintker zum 70. Geburtstag
Hrsg. v. Hans-Peter Großhans, Herman J. Selderhuis, Alexander Dölecke u. Matthias Schleiff

2017. XI, 529 Seiten.
134,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-155277-9
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Diese Festschrift vereint Beiträge international renommierter Theologinnen und Theologen, die den Zusammenhang von Schuld und Vergebung untersuchen, um dessen Aufklärung sich Michael Beintker in seiner theologischen Laufbahn besonders verdient gemacht hat. Die Beiträge behandeln das alt- und neutestamentliche Verständnis von Schuld und Vergebung, bedeutende historische Traditionen, zentrale Fragen der Christologie und Soteriologie sowie ökumenische und praktisch-theologische Zusammenhänge.
Das Thema »Schuld und Vergebung« zieht sich wie ein roter Faden durch die theologische Existenz Michael Beintkers. In dieser ihm gewidmeten Festschrift gehen 28 Theologinnen und Theologen von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten aus den verschiedenen Aspekten und Problemen dieses Themas nach. In Michael Beintkers Werk lässt sich der Zusammenhang von »Schuld und Vergebung« in seiner ganzen Komplexität von individuellen Verhältnissen, systemischen Bedingungen und ideologischen Verblendungen studieren. In den Beiträgen dieser Festschrift interpretieren die Autorinnen und Autoren zentrale biblische Texte, präsentieren bedeutende christliche Traditionen und Konstellationen und fragen nach der Relevanz des Themas in den heutigen Lebenswelten. Praktisch-theologische Überlegungen kommen ebenso zur Sprache wie ökumenische Aspekte. Systematisch-theologisch wird die besondere christliche Sicht auf Schuld im individuellen Leben wie im gesellschaftlichen Zusammenhang entfaltet und die Verbindung der Vergebung durch Gott mit dem zwischenmenschlichen Vergeben erörtert. Dabei kommt dann auch die Möglichkeit einer Erneuerung schuldverfallener Existenz durch die menschliche Vergebungspraxis im Glauben an die Vergebung menschlicher Schuld durch Gott ebenso in den Blick wie die gesellschaftliche Aufgabe einer angemessenen Aufarbeitung der Vergangenheit.
Inhaltsübersicht
Albrecht Beutel: Dedit. Schuld und Vergebung als Leitmotive der Predigtarbeit Johann Joachim Spaldings – André Birmelé: Heil und Versöhnung. Die Theologie von Bernard Sesboüé – Victor E. d'Assonville: »… quicquid statuat iustum esse«. Bemerkungen zu Buße und Versöhnung mit Hinweis auf Calvins Kommentar zu Psalm 51 – Gerard den Hertog: »Eine paradigmatische Fallstudie für die Hamartiologie und die Versöhnungslehre«. Zu Michael Beintkers Umgang mit den Fragen von Schuld und Vergebung anhand der Stuttgarter Schulderklärung (1945) und des Darmstädter Wortes (1947) – Sándor Fazakas: Macht und Ohnmacht der Moral in der Bearbeitung von Schuldkonflikten in den posttotalitären Gesellschaften – Christian Grethlein: Beichte – eine unzeitgemäße Form der Kommunikation des Evangeliums? – Hans-Peter Großhans: Schuld und Vergebung in Martin Luthers Auslegung der Bergpredigt – Martin Hein: Versöhnung – Toleranz – Kompromiss. Eine Verhältnisbestimmung – Eilert Herms: Schuldig-Sein, Schuldig-Werden, Schuld vergeben – aus christlicher Sicht – Stefan Holtmann: »… auf keinen Fall gleichgültig«. Karl Barths Beitrag zur politischen Ethik der Nachkriegszeit – Michael Hüttenhoff: Erneuerung und Schuld der Kirche. Günter Jacobs Deutung des Kirchenkampfs – Ulrich H. J. Körtner: Vergebung! Die fünfte Bitte des Vaterunser im Licht der paulinischen Rechtfertigungslehre – Wolf Krötke: Ermutigung zur Freiheit! Die Kirche in der DDR und die Barmer Theologische Erklärung – Andreas Lindemann: Schuld und Vergebung in der Jesusüberlieferung und bei Paulus – Christian Link: »… wie auch wir vergeben unsern Schuldigern«. Anmerkungen zur religiösen und politischen Semantik der »Wiedergutmachung« – Friederike Nüssel: »… wo du mir Gott hinsetzest, da mustu mir die menscheit mit hin setzen«. Zum christologischen Profil lutherischer Theologie und seiner ekklesiologischen Aktualität – Jan Rohls: Der verlorene Sohn. Sünde und Gnade im reformatorischen Schauspiel – Dorothea Sattler: Thesen zum Ablass. Ein ökumenisches Wagnis im Jahr 2017 – Gerhard Sauter: Gottes schöpferisches Vergeben – Matthias Schleiff: Paradox und Praxis der Vergebung – Herman J. Selderhuis: »… tot de ontschuldinge aller Christenen …«. Todesbericht als Unschuldsbeweis in Marten Microns Martyrologium – Michael Trowitzsch: Christus-Zeit. Versuch einer erbaulichen Meditation – Ernst-Joachim Waschke: Schuld und Vergebung nach dem Alten Testament am Beispiel der »Gnadenformel« Ex 34,6 f – Michael Weinrich: Die Weisheit des Kreuzes. Annäherungen im Gespräch mit der Gemeinde – Michael Welker: Bonhoeffer über Frieden – Gunther Wenz: »Quid sit peccare«. Zum Sündenverständnis Anselms von Canterbury – Jürgen Werbick: Das Kreuz Jesu: der Grund unseres Heils? Überlegungen zur soteriologischen Notwendigkeit des Kreuzes im Anschluss an den Grundlagentext des Rates der EKD »Für uns gestorben« – Peter Zocher: »Die ganzen deutschen Dinge begleiten mich natürlich dauernd …«. Karl Barths Brief an Hermann A. Hesse vom 3. April 1947 – Bibliographie der Veröffentlichungen Michael Beintkers
Personen

Hans-Peter Großhans Geboren 1958; Studium der Ev. Theologie in Tübingen und Oxford; seit 2008 Professor für Systematische Theologie und Direktor des Instituts für Ökumenische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Herman J. Selderhuis Geboren 1961; Studium der Ev. Theologie in Apeldoorn; seit 1997 Professor für Kirchengeschichte und Kirchenrecht an der Theologischen Universität Apeldoorn, Direktor von Refo500 und Wissenschaftlicher Kurator der Johannes a Lasco Bibliothek.

Alexander Dölecke Geboren 1984; Studium der Ev. Theologie und Germanistik in Osnabrück und Münster; seit 2009 Wiss. Mitarbeiter im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland; 2013–15 auch am Exzellenzcluster »Religion und Politik in den Kulturen der Vormoderne und der Moderne« der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Matthias Schleiff Geboren 1982; Studium der Ev. Theologie, Philosophie und Latinistik an der Universität Münster; Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster; 2017 Promotion; seit 2017 Studienrat für die Fächer Evangelische Religion, Latein und Philosophie.

Michael Beintker Geboren 1947; 1965–70 Studium der Theologie in Jena und Halle/Saale; 1972 Promotion; 1984 Habilitation; 1972–85 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, danach dort Dozent; 1990 Berufung auf die Professur für Systematische Theologie in Halle; 1992–2015 Professor für Systematische Theologie und Direktor des Seminars für Reformierte Theologie an der Universität Münster; seit 2015 emeritiert.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Ichthys — 34 (2018), S. 106–107 (Dominik Weyl)
In: Oekumenische Rundschau — 67 (2018), S. 157–158 (Bernd Jaspert)