Soziologie der Verfassung 978-3-16-153624-3 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Martin Morlok

Soziologie der Verfassung

mit Kommentaren v. Indra Spiecker gen. Döhmann u. Wolfgang Hoffmann-Riem

2014. IX, 143 Seiten.

Fundamenta Juris Publici 3

16,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-153624-3
lieferbar
Erstaunlicherweise hat die Soziologie der Verfassung – das zentrale Rechtsinstitut – bislang wenig Aufmerksamkeit gefunden. Martin Morlok untersucht Notwendigkeit und Ertrag soziologischer Betrachtung der Verfassung, und zwar des Instituts insgesamt wie einzelner Elemente. Anlass hierfür sind auch jüngere Versuche, das Anwendungsfeld des Verfassungskonzeptes über den staatlichen Bereich hinaus auszuweiten.
Eine Soziologie der Verfassung ist -überraschenderweise – erst in jüngerer Zeit unter diesem Namen betrieben worden. Hinter diesen Bestrebungen steht das Grundmotiv der Rechtssoziologie schlechthin: die Aufklärung der Voraussetzungen und Folgen des Rechts, zumal seiner Wirkungen und Wirkmöglichkeiten. Hinzu tritt ein weiterer Anstoß für eine grundlagentheoretische Beschäftigung mit den Aufgaben und Anwendungsgebieten des Rechtsinstrumentes der Verfassung. Im Zuge der internationalen Verflechtung auf vielen Feldern wird die Beschränkung des Konzeptes der Verfassung auf den Nationalstaat fragwürdig, die Erfüllung von Verfassungsfunktionen wird auch für Regelungszusammenhänge oberhalb der Staatlichkeit und für andere Systeme als die Politik gefordert. Martin Morlok geht solchen Fragen nach. Dabei sieht er in der Sicherung der Kompatibilität der unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilsysteme eine wesentliche Aufgabe einer Verfassung. Diese Aufgabe stellt sich auch im überstaatlichen Bereich. Innerstaatlich nimmt die Erfüllung dieser Verfassungsfunktion die Form der sog. Konstitutionalisierung der Rechtsordnung an; diese kann auch beschrieben werden als Integration der Teilrechtsgebiete von oben. Weiterhin nimmt die Untersuchung verschiedene Themenfelder einer Soziologie der Verfassung in den Blick und skizziert Arbeitsvorhaben. Als Leistungen einer Soziologie der Verfassung für die dogmatische Rechtswissenschaft wird das Angebot von drei Arten von Wissen beschrieben, von empirischem Wissen, von Konzepten und von Großtheorien.
Personen

Martin Morlok ist Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Rechtstheorie und Rechtssoziologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Direktor des Instituts für Deutsches und Internationales Parteienrecht und Parteienforschung.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr.f.Rechtssoziologie — 2015, 161–166 (Christopher Winter)
In: Lo Stato — 2015, 294–295 (Giuliana Stella)
In: Deutsches Verwaltungsblatt — 2015, 1312–1313 (Wolfgang Rüfner)
In: Archiv des öffentlichen Rechts — 2019, 307–313 (Lars Viellechner)