Rechtswissenschaft

Yann Romund

Strafprozess und Dekonstruktion

Eine Studie zur Anwesenheit des Angeklagten in der Hauptverhandlung

2023. XIII, 340 Seiten.
erscheint im Januar

Studien und Beiträge zum Strafrecht 36

109,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-161814-7
in Vorbereitung
Auch verfügbar als:
Yann Romund unternimmt den Versuch einer Synthese der Wissenschaft vom Strafprozess mit der Philosophie der Dekonstruktion. Als Untersuchungsgegenstand dient ihm dazu die Präsenz des Angeklagten in der Hauptverhandlung, die er einer radikalen Neubetrachtung unterzieht.
Die Hauptverhandlung wird seit dem Jahr 1879 von den miteinander verwobenen Grundsätzen der Mündlichkeit, Unmittelbarkeit und Anwesenheit beherrscht. Der Angeklagte hat nicht nur das Recht, sondern grundsätzlich auch die Pflicht, während der gesamten Hauptverhandlung anwesend zu sein. Keine der bisher vorgebrachten Begründungen vermag jedoch diesen schweren Grundrechtseingriff zu rechtfertigen. Gibt es tiefere Gründe für unser Verlangen nach der Präsenz des Angeklagten? Warum genügt uns nicht die schriftliche Stellungnahme des Abwesenden oder dessen Vertretung? Ein Brückenschlag zur Philosophie der Dekonstruktion verspricht uns Antworten auf diese Fragen. Dabei wird deutlich, dass sich das von Jacques Derrida diagnostizierte Ressentiment gegen Schriftlichkeit, Mittelbarkeit und Abwesenheit mit frappierender Ähnlichkeit in der Gestaltung unseres auf Präsenz beruhenden Prozessmodells widerspiegelt. Eine Parallele, bei der es sich nicht um eine Zufälligkeit handelt.
Inhaltsübersicht
Einleitung
Erster Teil: Mündlichkeit, Unmittelbarkeit, Anwesenheit
A. Drei Säulen unserer Hauptverhandlung
B. Mündlichkeit und Unmittelbarkeit
C. Die Anwesenheit des Angeklagten
D. Fazit

Zweiter Teil: Dekonstruktion
A. Die Stimme des Angeklagten – unser Verlangen nach Präsenz
B. Eine Strategie der Dekonstruktion
C. Der Logo-Phonozentrismus in der westlichen Tradition
D. Die Dekonstruktion des Logo-Phonozentrismus
E. Fazit

Dritter Teil: Abwesenheit, Mittelbarkeit, Schriftlichkeit
A. Von der Philosophie lernen – ein dekonstruktiver Blick auf das Recht
B. Grundriss einer Hauptverhandlung des 21. Jahrhunderts
C. Chancen des neuen Prozessmodells
D. Fazit
Personen

Yann Romund Geboren 1988; Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg; 2016 Erste Juristische Prüfung; Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechtsphilosophie und Strafrecht an der Universität Hamburg; 2022 Promotion; Rechtsreferendariat am Kammergericht.

Rezensionen

Für diesen Titel liegen noch keine Rezensionen vor.