Übersetzung des Talmud Yerushalmi 978-3-16-148906-8 - Mohr Siebeck
Judaistik

Übersetzung des Talmud Yerushalmi

VI. Seder Toharot. Traktat 1: Nidda – Die Menstruierende
Hrsg. v. Martin Hengel (+), Peter Schäfer, Friedrich Avemarie u.a.
Übers. v. Matthias Morgenstern

2006. XXXV, 210 Seiten.
99,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Leinen
ISBN 978-3-16-148906-8
lieferbar
Dieser Traktat behandelt die rabbinischen Reinheitsvorschriften für menstruierende Frauen und damit zusammenhängende familien-, ehe- und sexualrechtliche Fragen. Dabei geht es auch um antik-jüdische Vorstellungen über die Entstehung des menschlichen Lebens und um rechtliche Schlußfolgerungen, die sich daraus ergeben.
Dieser Band setzt die Reihe der Übersetzungen und Kommentierungen der Traktate des Jerusalemer Talmuds fort. Die Übersetzung nimmt die Handschrift Leiden zur Grundlage, wie sie in der Yerushalmi-Synopse von Peter Schäfer und Hans-Jürgen Becker geboten wird. Vergleichend werden die editio princips, Fragmente der Kairenser Geniza sowie die Ausgabe Krotoschin und die Jerusalemer Druckausgabe des Talmud Yerushalmi herangezogen. Die Übersetzung der Mischnakapitel 5 bis 10, die im Jerusalemer Talmud keine Kommentierung erfahren haben, fußt auf der Handschrift Cambridge, die mit den üblichen Druckausgaben der Mischna verglichen wurde. Dieser Talmudtraktat behandelt nicht nur die rabbinischen Reinheitsvorschriften für menstruierende Frauen, sondern auch damit zusammenhängende familien-, ehe- und sexualrechtliche Fragen. Darüber hinaus kommen schwierige Probleme aus dem Bereich der Medizingeschichte – vor allem die antike Embryologie und die Lehre von den menschlichen Mißbildungen (Teratologie) – zur Sprache. Daher wurde besonderer Wert auf eine ausführliche Kommentierung gelegt, die sowohl die moderne Sekundärliteratur als auch die traditionellen jüdischen Kommentare berücksichtigt. Da im Hintergrund die Vorstellung von der embryologischen Bildung des Menschen aus Blut steht, wird in diesem Zusammenhang immer wieder auf die aristotelische Konzeption von der Entstehung des menschlichen Lebens verwiesen. Im Nachwort wird gezeigt, wie diese Texte heute in neuen Kontexten, vor allem in der aktuellen Diskussion um die Bioethik, verwandt werden.
Personen

Martin Hengel (1926–2009) was Professor of New Testament and Early Judaism at the Protestant Theology Faculty at the University of Tübingen.

Peter Schäfer Geboren 1943; 1968 Promotion; 1973 Habilitation; 1983–2008 Professor für Judaistik an der Freien Universität Berlin; 1998–2013 Ronald O. Perelman Professor of Jewish Studies und Professor of Religion an der Princeton University; seit 2014 Direktor des Jüdischen Museums Berlin.

Friedrich Avemarie Studium der Ev. Theologie in Heidelberg, München, Montpellier und Tübingen; Studium der Judaistik in Jerusalem und Berlin; 1995 Promotion; 2000 Habilitation; 2002–12 Professor für Neues Testament und antikes Judentum in Marburg.

Martin Morgenstern Geboren 1953; Studium der Philosophie und Germanistik; 1984 Promotion; 1992–98 Lehrbeauftragter an der Universität des Saarlandes; arbeitet im Schuldienst des Landes Rheinland-Pfalz.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr. f. d. Alttestamentl. Wissenschaft — 119 (2007), S. 464–465 (B. Ego)
In: Frankfurter Judaistische Beiträge — 34 (2007/08), S. 210–211 (Ruth Berger)
In: Archivo Teologico Granadino — 69 (2006), S. 441–442 (A. Torres)
In: Judaica — 63 (2007), S. 144–145 (Robert Jütte)
In: New Testament Abstracts — 50 (2006), S. 633–634
In: Salesianum — 70 (2008), S. 160–161 (Rafael Vicent)