Übertragungen heiliger Texte in Judentum, Christentum und Islam 978-3-16-156312-6 - Mohr Siebeck
Religionswissenschaft

Übertragungen heiliger Texte in Judentum, Christentum und Islam

Fallstudien zu Formen und Grenzen der Transposition
Hrsg. v. Katharina Heyden u. Henrike Manuwald

69,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-156312-6
lieferbar
Auch verfügbar als:
Welche Spielräume gibt es bei der Übertragung des Tanach, der christlichen Bibel oder des Koran in andere Sprachen oder Medien? Die Beiträge dieses religionsübergreifend angelegten Bandes zeigen, wie sich aus Übertragungsprozessen normative Vorstellungen von diesen heiligen Texten ableiten lassen.
Die kanonischen Grundtexte in Judentum, Christentum und Islam zeichnen sich – in unterschiedlichem Maße – durch einen Anspruch auf Unveränderlichkeit aus, bedürfen jedoch der aktualisierenden Exegese. Nicht zuletzt deshalb werden sie in andere Sprachen oder Medien übertragen. Die Analyse der religiösen und gesellschaftlichen Normen, die bei solchen Übertragungen wirksam werden, eröffnet einen Zugang zur jeweiligen Vorstellung vom heiligen Text. Diesen Ansatz verfolgt der religionsübergreifend angelegte Band in Fallstudien zu verschiedenen Zeit- und Kulturräumen (vom Alexandria des 3. Jahrhunderts v.Chr. bis hin zum zeitgenössischen Indonesien). In der Zusammenschau zeigen die breit gefächerten Beiträge, dass sich trotz der unterschiedlichen Auratisierung der kanonischen Texte in den einzelnen Religionen analoge Problemstellungen bei der Übertragung heiliger Texte finden lassen.
Inhaltsübersicht
1. Zur Übertragbarkeit heiliger Texte
Hanna Liss: Wort − Klang − Bild: Zur (Un-)Übersetzbarkeit heiliger Texte im Judentum – Martin Leutzsch: Übersetzungstabus als Indikatoren normativer Grenzen in der Geschichte der christlichen Bibelübersetzung – Johanna Pink: Text, Auslegung, Ritus. Kontroversen um die richtige und falsche Übersetzung des Korans am Beispiel Indonesiens

2. Übertragungen heiliger Texte zwischen Wörtlichkeit und Exegese
Christoph Kugelmeier: Aliud est vatem, aliud esse interpretem. Zur Spannung zwischen Adressatenorientierung und Texttreue in Septuaginta und Vulgata – Ronny Vollandt: Griechisch – Aramäisch – Arabisch. Drei (un)gleiche Übersetzungskontexte im Judentum

3. Anpassung heiliger Texte an textexterne Normen
Katrin Kogman-Appel: Die Übertragung biblischer Inhalte ins Bild: unterschiedliche soziale und kulturelle Zielgruppen der sefardischen Buchmalerei – Dorothea Salzer: Altneuer Text: Jüdische Kinderbibeln und die Popularisierung der Hebräischen Bibel

4. Übertragung und Inspiration
Karin Krause: Speaking Books—Silent Pictures. Visualizing Gospel Narrative in Byzantium – Nora Schmidt: Wiederholung – Erinnerung – Übertragung. Ein Deutungsversuch von Sure 5
Personen

Katharina Heyden Geboren 1977; Studium der Ev. und Kath. Theologie in Berlin, Jerusalem und Rom; 2008 Promotion im Fach Kirchengeschichte in Jena; 2013 Habilitation in Göttingen; seit 2016 Professorin für Ältere Geschichte des Christentums und der interreligiösen Begegnungen an der Universität Bern.

Henrike Manuwald Geboren 1980; Studium der Deutschen und Englischen Philologie und der Kunstgeschichte in Köln; 2006 Promotion in der Germanistischen Mediävistik in Köln; 2014 Habilitation in Freiburg i.Br.; seit 2016 Professorin für Germanistische Mediävistik an der Georg-August-Universität Göttingen.

Rezensionen

Für diesen Titel liegen noch keine Rezensionen vor.