Vereine, Synagogen und Gemeinden im kaiserzeitlichen Kleinasien 978-3-16-158656-9 - Mohr Siebeck
Religionswissenschaft

Vereine, Synagogen und Gemeinden im kaiserzeitlichen Kleinasien

Hrsg. v. Andreas Gutsfeld u. Dietrich-Alex Koch

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ISBN 978-3-16-158656-9
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In den Städten des Römischen Reiches, in denen sich frühchristliche Gemeinden bildeten, gab es bereits jüdische Synagogen und zahlreiche freiwillige Vereine. Die Autoren der Beiträge in diesem Band untersuchen, in welchem Zusammenhang frühchristliche Gemeinden mit ihnen standen und was ihr besonderes Profil ausmachte.
Eines der beherrschenden Phänomene der Städte im römischen Kaiserreich des 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. waren freie Vereinigungen, in denen sich Gleichgesinnte, jenseits ihrer familiären und gemeindlichen Bindungen, freiwillig und auf Dauer zusammenschlossen. Dazu zählten griechisch-römische Vereinigungen (wie Berufskollegien und pagane Kultgenossenschaften) ebenso wie christliche Gemeinden und jüdische Synagogen. Am Beispiel dieser Vereinigungen im griechischen Osten des Reiches erörtern die Autoren der Beiträge des vorliegenden Bandes wichtige Aspekte von Gruppenbildung im römischen Kaiserreich. Hintergrund der Überlegungen ist die Tatsache, daß die griechisch-römischen Vereinigungen, christlichen Gemeinden und jüdischen Synagogen zwar ihrer Form nach im wesentlichen übereinstimmten: Die Organisationsstrukturen waren ähnlich, auch die Bedingungen sozialer Beziehungen innerhalb und außerhalb der Gemeinschaften entsprachen einander weitgehend. Aber sie generierten, infolge unterschiedlicher religiöser Orientierungen, spezifische Verhaltensmuster und Wertvorstellungen, die auch auf die Gesellschaft ausstrahlten.
Inhaltsübersicht
T. Schmeller: Zum exegetischen Interesse an antiken Vereinen im 19. und 20. Jahrhundert – A.J.B. Sirks: Die Vereine in der kaiserlichen Gesetzgebung – V. Hirschmann: Heidelberg Macht durch Integration? Aspekte einer gesellschaftlichen Wechselwirkung zwischen Verein und Stadt am Beispiel der Mysten und Techniten des Dionysos von Smyrna – D. Brabant: Persönliche Gotteserfahrung und religiöse Gruppe – die Therapeutai des Asklepios in Pergamon – S. Sommer: Religion und Vereinigungsunruhen in der Kaiserzeit – D. Schinkel: »Und sie wußten nicht, warum sie zusammengekommen waren« – Gruppen und Gruppeninteressen in der Demetriosepisode (Apg 19, 23–40) – J.M.G. Barclay: Money and Meetings: Group Formation among Diaspora Jews and Early Christians – D.-A. Koch/D. Schinkel: Die Frage nach den Vereinen in der Geistes- und Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des zeitgenössischen Vereinswesens und der »Wende« in der protestantischen Theologie nach 1918 – R.S. Ascough: Voluntary Associations and the Formation of Pauline Christian Communities: Overcoming the Objections
Personen

Andreas Gutsfeld Geboren 1957; Studium der Geschichte, Latinistik und Sozialwissenschaften in Münster, Heidelberg und Bordeaux; Professor für Alte Geschichte an der Université Blaise-Pascal, Clermont-Ferrand.

Dietrich-Alex Koch Geboren 1942; 1975 Promotion zum Dr. theol.; 1983 Habilitation; Professor für Neues Testament in Münster.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: H-Soz-u-Kult — Hsozkult.geschichte.hu-berlin.de (Heike Omerzu)
In: Verkündigung u. Forschung — 55 (2010), S. 71–79 (Eva Ebel)
In: Novum Testamentum — 49 (2007), S. 100–104 (Christoph Stenschke)
In: The Polish Journal of Bibl. Research — 7 (2008), S. 89–90 (Zdzislaw J. Kapera)
In: New Testament Abstracts — 50 (2006), S. 626
In: Theologische Literaturzeitung — 132 (2007), S. 187–188 (Markus Öhler)