Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht 978-3-16-154243-5 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht

Hrsg. v. Björnstjern Baade, Sebastian Ehricht, Matthäus Fink, Robert Frau, Mirka Möldner, Isabella Risini u. Torsten Stirner

54,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-154243-5
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Der Band beleuchtet Begriff, normative Grundlagen, Umfang und Anwendungsfelder des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht. Dabei wird deutlich, dass der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit im Völkerrecht weniger einheitlich genutzt wird als im nationalen Recht. Das dahinterstehende Prinzip der Abwägung verschiedener Interessen bietet jedoch im Völkerrecht Chancen für einen gerechten Ausgleich und eine Methodik als prüffähigen Maßstab.
Das Prinzip der Verhältnismäßigkeit erhält in verschiedenen Bereichen des Völkerrechts Aufmerksamkeit und Relevanz. Dies war Anlass für den Arbeitskreis junger Völkerrechtswissenschaftler*innen und die Deutsche Gesellschaft für Internationales Recht, gemeinsam einen Blick auf dieses Prinzip zu werfen. Der daraus entstandene Tagungsband liefert Einsichten aus diversen Blickwinkeln: Er stellt allgemeine gebietsübergreifende Fragen, etwa ob Verhältnismäßigkeit als globales Verfassungsprinzip verstanden und als Mittel zur Harmonisierung und Defragmentierung nutzbar gemacht werden kann. Darüber hinaus enthält der Band philosophische Grundüberlegungen. Es werden die Relevanz und Wirkungsweise in verschiedenen konkreten Teilgebieten wie dem humanitären Völkerrecht und dem Menschenrechtsschutz untersucht. Auch aktuelle Fragen internationaler Schiedsgerichtsbarkeit werden kritisch aufgegriffen. Nicht zuletzt setzen sich die Beiträge mit der aktuellen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zur Verhältnismäßigkeit als Kompetenzregulativ auf Unionsebene auseinander.
Inhaltsübersicht
Anne Peters: Verhältnismäßigkeit als globales Verfassungsprinzip – Frederik Becker: Jurisdiktion und Verhältnismäßigkeit, Gewährleistungsumfang und Modifikationen der Menschenrechte bei extraterritorialen Sachverhalten – Sebastian Wuschka: Proportionality reloaded – Autonom agierende Drohnen und der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des Humanitären Völkerrechts – Thomas Müller: Abwägung von Menschenleben im Völkerrecht – Sué González Hauck: Normenkonflikte als Optimierungsprobleme? Kritik am Einsatz des Verhältnismäßigkeitsprinzips als Mittel zur Harmonisierung des Völkerrechts – Rike Sinder: Verhältnismäßigkeit, Dekonstruktion, Gerechtigkeit. Zugleich eine Erwiderung auf Martti Koskenniemis postmoderne Kritik in From Apology to UtopiaMichael Goldhammer: Kritik und Rekonstruktion kompetenzbezogener Verhältnismäßigkeit im Unionsorganisationsrecht – Lars Schönwald: Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz im Recht der Auslandsinvestitionen unter Berücksichtigung der Änderungen durch den Lissabon-Vertrag
Personen

Björnstjern Baade ist Doktorand am Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht der Freien Universität Berlin.

Sebastian Ehricht ist Doktorand am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Völkerrecht, der Georg-August-Universität Göttingen.

Matthäus Fink ist Doktorand am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Völkerrecht, der Georg-August-Universität Göttingen.

Robert Frau ist Habilitand am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insb. Völkerrecht, Europarecht und ausländisches Verfassungsrecht der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.

Mirka Möldner ist Doktorandin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg.

Isabella Risini ist Doktorandin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, insbes. Europarecht, Völkerrecht & Int. Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universität Bochum.
https://orcid.org/0000-0002-6151-8650

Torsten Stirner ist Doktorand am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Menschenrechte der Georg-August-Universität Göttingen.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschr.f.Ausländ.öff.Recht u.VöR — 2017, 539–545 (Johannes Hartlieb)