Was ist Bildung in der Vormoderne? 978-3-16-156871-8 - Mohr Siebeck
Theologie

Was ist Bildung in der Vormoderne?

Hrsg. v. Peter Gemeinhardt

59,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Festeinband
ISBN 978-3-16-156871-8
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Bildung ist in der Gegenwart, aber auch schon in der Vormoderne ein »Megathema«. Der vorliegende Band bietet Einblicke in das Bildungshandeln von Religionskulturen von der Antike bis zum Mittelalter und zum Klassischen Islam. Dies trägt auch zur geschärften Wahrnehmung heutiger Probleme und Potenziale von Bildung bei.
Bildung gilt als »Megathema« der Moderne. Aber auch in Kulturen der Vormoderne sind Prozesse der Sozialisation, der Formation und der Initiation zu beobachten. Der vorliegende Band fokussiert diese Beobachtungen unter dem modernen Stichwort »Bildung«, um ein differenziertes Instrumentarium für vergleichende Untersuchungen vormoderner Kulturen – von der griechischen Antike bis zum europäischen Mittelalter und zum Klassischen Islam – zu entwickeln. Insbesondere kommt dabei religiöses Bildungshandeln in den Blick: Wie werden Menschen durch kultische und gemeindliche Vollzüge sozialisiert, welche Ziele verfolgt religiöse Erziehung, und wie gelangen Individuen zu einer gebildeten Sicht von Selbst, Welt, Göttern oder Gott? Der Blick in die Geschichte trägt dabei auch zu einer geschärften Wahrnehmung gegenwärtiger Probleme und Potenziale von Bildung bei.
Inhaltsübersicht
A. Grundlegende Perspektiven
Peter Gemeinhardt: Bildung in der Vormoderne – zwischen Norm und Praxis – Christoph Auffarth: Henri-Irénée Marrous »Geschichte der Erziehung im klassischen Altertum«. Der Klassiker kontrastiert mit Werner Jaegers »Paideia« – Bernd Schröder: Der moderne Bildungsbegriff und seine geschichtlichen Voraussetzungen

B. Exemplarische Einblicke
Johannes Bergemann: Bilder, Bildung und Religion in der griechisch-römischen Antike. Eine Skizze – Björn Christian Ewald: Culture's Visual Culture: The Iconography of Education, Intellectual and Literary Pursuits in Roman Art – Irene Salvo: Education as Acquisition of Knowledge in the Ancient Greek World. Some Remarks on its Agents and Features – Peter Scholz: Mit Augen und Ohren lernen. Die vita honesta der republikanischen Senatsaristokratie und die Rolle intellektueller Bildung in Erziehung und politischer Praxis in Rom – Matthias Becker: Zwischen Gelehrsamkeit und Angleichung an Gott. Bildung in der spätantiken Philosophie – Charlotte Hempel: Bildung und Wissenswirtschaft im Judentum zur Zeit des Zweiten Tempels – Roland Deines: Bildung im hellenistischen Judentum – Gerhard Langer: Zur rabbinischen Begrifflichkeit des Lernens am Beispiel des Talmudabschnittes Qidduschin 49ab – Samuel Vollenweider: Bildungsfreunde oder Bildungsverächter? Überlegungen zum Stellenwert der Bildung im frühen Christentum – Hartmut Leppin: Intellektuelle Autorität unter frühen Christen. Auch zur Frage der Hellenisierung des Christentums – Jan Stenger: Transformationen des Bildungsbegriffs im griechischen und lateinischen Christentum der Spätantike – Caroline T. Schroeder: New Trends in the History of Education in Late Antique Egypt – Angelika Neuwirth: Die religiöse Bildung der prophetischen Urgemeinde im Wandel: Von christlicher zu jüdischer Hermeneutik – Ute Pietruschka: »Lesen, was nötig ist«. Bildungsideale im christlich-arabischen Kontext – Sebastian Günther: »Wissen ist besser als materieller Besitz«. Grundsätze und Grenzen der Bildung im Klassischen Islam – Hedwig Röckelein: Selbsterkenntnis als Weg zur Gotteserkenntnis – Gotteserkenntnis als Weg zur Selbsterkenntnis. Über Erziehungs- und Bildungsdiskurse religiöser Eliten des Hochmittelalters

C. Abschließende Überlegungen
Peter Gemeinhardt: Potenziale von Bildung – damals und heute
Personen

Peter Gemeinhardt Geboren 1970; 1990–96 Studium der Ev. Theologie an den Universitäten Marburg und Göttingen; 2001 Promotion zum Dr. theol. an der Universität Marburg; 2003 Ordination zum Pfarrer der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck; 2006 Habilitation an der Universität Jena; seit 2007 Lehrstuhlinhaber für Kirchengeschichte an der Universität Göttingen; seit 2015 ebendort Sprecher des Sonderforschungsbereichs »Bildung und Religion".

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