Antike Lebenswelten im Diskurs: Körper, Gender und soziale Ordnung

Wie wurde Geschlecht in der Antike verstanden, wie soziale Ordnung begründet und welche Rolle spielte der (weibliche) Körper in Medizin und Religion? Die Vielfalt antiker Körperlichkeit und Lebensrealitäten findet in unseren aktuellen Publikationen ihre Entsprechung in einer großen Bandbreite wissenschaftlicher Perspektiven: Das Spektrum der Untersuchungen reicht von Analysen zu Ehe und Familie als ordnungsstiftenden Elementen antiker Lebensformen bis hin zur Sichtbarmachung geschlechtlicher Varianz und weiblicher Handlungsmacht in der Medizin. Dabei korrespondiert die Pluralität der antiken Lebensentwürfe mit der Vielfalt heutiger Verstehensversuche: Die hier versammelten Publikationen aus unserem Programm dokumentieren einen lebendigen Forschungsprozess, der mal die Beständigkeit normativer Institutionen, mal die Fluidität von Identitäten oder die Brechungen gewohnter Muster angesichts bestimmter Zeitvorstellungen betont. In ihrem Zusammenspiel sind sie eine Einladung, die Antike jenseits vereinfachender Narrative als einen Raum differenzierter Entwürfe und komplementärer wie auch kontroverser Deutungen neu zu entdecken.

Kontakt

Tobias Stäbler
Programmleitung Bibelwissenschaften, Altertumswissenschaft, Frühes Christentum und Judaistik
Telefon  +49 7071 923-33