How Did Second Clement Originally End? - 10.1628/ec-2018-0031 - Mohr Siebeck
Theologie

James A. Kelhoffer

How Did Second Clement Originally End?

A Study of 2 Clement 19–20 and the Imitation of Both First and Second Clement

Rubrik: Articles
Early Christianity (EC)

Jahrgang 9 () / Heft 4, S. 432-483 (52)
Publiziert 07.02.2019

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Eine sprachliche Analyse der stilistischen und theologischen Eigenheiten von 2Clem 19,1–20,5 im Vergleich zu 2Clem 1–18 macht einige Unterschiede deutlich, die für die letzten beiden Kapitel sehr wahrscheinlich auf einen späteren Autor verweisen. Die auffälligsten Abweichungen bestehen im Blick auf die Soteriologie und Eschatologie. Die beiden Schlusskapitel scheinen insbesondere die zentrale Lehre aus 2Clem 1–18 zu korrigieren, nach der für die Gläubigen die Notwendigkeit besteht, sich um ein wechselseitiges Verhältnis zu Gott zu bemühen, für das sie von Gott Belohnung und schließlich die Vollendung ihrer Rettung erwarten dürfen. Betrachtet man 2Clem 19,1–20,5 als authentisch, würde dies die Gesamtbotschaft und Theologie des Zweiten Clemensbriefes substantiell verändern. Trotz der Unterschiede bestehen allerdings auch viele Gemeinsamkeiten zwischen 2Clem 19–20 auf der einen Seite und dem Ersten und Zweiten Clemensbrief auf der anderen Seite. Diese Überein-stimmungen legen nahe, dass die hinter 2Clem 19,1–20,5 liegende Kompositions-absicht die Nachahmung beider Clemensbriefe einschließt, um die nachträgliche Ergänzung der beiden Schlusskapitel authentisch erscheinen zu lassen. Besonders interessant ist deswegen die Art, in der 2Clem 19–20 den Ersten und Zweiten Clemensbrief rezipiert und einige charakteristische theologische Positionen aus 2Clem 1–18 abwandelt. Als Korrektur von 2Clem 1–18 mag die Ergänzung in 2Clem 19,1–20,5 auch zur Erhaltung des Zweiten Clemensbriefes als Zugabe zum Ersten Clemensbrief beigetragen haben.
Personen

James A. Kelhoffer Born 1970; 1999 PhD, University of Chicago; 2003 postdoctoral fellow Catholic Biblical Association of America; 2007 postdoctoral fellow Alexander von Humboldt Foundation at Ludwigs-Maximilians-Universität München; currently Professor of New Testament Exegesis at Uppsala University, Sweden.