Zur gegenwärtigen Lage des Protestantismus in Deutschland
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- 10.1628/zthk-2026-0009
In diesem Beitrag wird in zwei Thesenreihen eine Zeitdiagnose vorgelegt, die sich
auf die gegenwärtige Lage der evangelischen Theologie bezieht. Die erste Thesenreihe
ist genetisch-typologisch angelegt, die zweite analytisch-kritisch. Der Leitbegriff
des post-aufklärerischen Protestantismus, der hier verwendet wird, bezeichnet
den Kontext, in dem sich die Theologien der Gegenwart affirmativ oder kritisch
bewegen. Unter »post-aufklärerischem Protestantismus« verstehen wir den
Sachverhalt, dass zentrale Konzepte der Aufklärungsepoche mit ihrer Vernunftorientierung
gegenwärtig als problematisch angesehen und dagegen neue, postkoloniale
und identitäre Ansätze in einen ausschließenden Gegensatz gestellt werden.
In beiden Thesenreihen werden Affinität und Distanz der Theologie zum postaufklärerischen
Protestantismus ausgelotet, dessen innere Dialektik beschrieben
und vor diesem Hintergrund die Aufgabe einer diskursiven Theologie festgestellt.