Bild und Tod 978-3-16-154233-6 - Mohr Siebeck
Theologie

Bild und Tod

Grundfragen der Bildanthropologie
Hrsg. v. Philipp Stoellger u. Jens Wolff

2016. XX, 1013 Seiten (2 Bände).

Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie 68

169,00 €
inkl. gesetzl. MwSt.
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-154233-6
lieferbar
Ist das Bild stark wie der Tod? Oder ist es tot, nur ein Schatten? Ist es lebendig, gar Transfiguration ins ewige Leben? Oder ist es weder noch, untot oder wenigstens ein langes Nachleben? Ist 'der Tod' ein dunkles Imaginäres, das Bildpraktiken provoziert, kann man ein Bild stets fragen: 'Wie hast du's mit dem Tod?'
Ist das Bild stark wie der Tod? Oder ist es tot, nur ein Schatten? Ist es lebendig, gar Transfiguration ins ewige Leben? Oder ist es weder noch, untot oder wenigstens ein langes Nachleben? Ist 'der Tod' ein dunkles Imaginäres, das Bildpraktiken provoziert, kann man ein Bild stets fragen: »Wie hast du's mit dem Tod?«
In kultur- wie bildanthropologischer Perspektive geht es in den hier versammelten Beiträgen um die ikonischen Interferenzen von Bild und Tod. Der Fokus liegt weniger auf der bildlichen Vergegenständlichung des Todes, als auf dem Tod als 'Woher' und 'Wogegen' von Bildpraktiken, als dunkles Imaginäres, als Bruchlinie der Bilderfahrung oder Bildpathik, als Defiguration und fundamentaler Riss – dessen Spuren sich in Bildern zeigen. Bilder sind vom Tod gezeichnet. Wie verhält sich ein Bild zum Tod, wie der Tod zum Bild und wie die Betrachter zu beiden? Ist das Bild ein 'Greul' wie der Tod – oder eine Auferweckung zum ewigen Bildleben? Zwischen diesen Grenzwerten lassen sich Bildpraktiken und Bildbegriffe verorten und näher bestimmen.
Inhaltsübersicht
Band I: Bild und Tod. Grundfragen der Bildanthropologie I

Einleitung

Philipp Stoellger: Zur Einleitung: Spuren des Todes im Bild oder: vom Todbild zum Bildtod und zurück

I. Relikte und Figuren des Vorübergegangenen
Jan Assmann: Bild und Tod im Alten Ägypten – Christoph Markschies: Warum gibt es keine christlichen Mumienporträts? Oder: Bemerkungen zur Differenz von paganen und christlichen Bildern Verstorbener in der Antike – Stephan Schaede: Von der figura zur transfiguratio. Einige theologische Beobachtungen zum Tod dies- und jenseits des Abendmahls – Anselm Steiger: fractio et transitus. Antimortale Ikonografie auf Grabmälern der Frühen Neuzeit

II. Un/Gestalten, Spiegel und Fragmente
Pablo Schneider: Der Selbstmord der Lucretia und die Ikonologie des Augenblicks – Iris Därmann: Sterbende und mitsterbende Tiere. Oudry, Buffon, Rousseau – Michael Meyer-Blanck: Meer – Nacht – Schatten. Romantische Ansichten – Monika Leisch-Kiesl: No se puede mirar/Man kann es nicht ansehen. 'Bild und Tod' in den Desastres de la Guerra von Francisco Goya – Katrin Weleda: Ent- und Resakralisierung des abgetrennten Kopfes in der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts – Stephanie Wodianka: Spiegelbilder. Der dritte Ort des Todes bei Baudelaire – Isabel Richter: Phantasien und Bilder vom Lebensende im 19. und 20. Jahrhundert – Hans Dieter Huber: Kristallisation und Stoffwechsel. Der Lebenskreislauf bei Edvard Munch – Brigitte Boothe: Man hat sein Totenkleid immer an. Psychoanalyse der Todesbilder – Alexander Polzin: »Welch ein Wagnis …« – der Tod in (meinen) Bildwelten

III. Film- und Foto-Shooting
Aleida Assmann: Fotographien und Geister in der Gegenwartskunst – Leander Scholz: Sich selbst sterben sehen. Jean Baudrillard und der Absturz der Tupolew 144 – Verena Straub: Lebende Tote? Die (Selbst)-Inszenierungen der palästinensischen Selbstmordattentäterinnen – Jörg Trempler: »Je suis médusé!« – Tod und Versteinerung in der zeitgenössischen Mediengesellschaft – Kristin Marek: Die Leichen anderer im Buch betrachten. Parabildliche Rahmungen und Rezeptionsmodellierung in Christoph Bangerts Fotobuch War Porn

IV. Vergehen zwischen Bild und Ton
Jochen Hörisch: Zugrundegehen oder Die Lust am Verlust – Wagners Todesbilder – Dieter Mersch: Der Tod des Bildes. Bilderverbot und Bildlosigkeit in Arnold Schönbergs Moses und AronMauricio Sotelo: Si después de morir – Notger Slenczka: Die Todesmelodie des Bildes. Beobachtungen zur Zeitlichkeit des Porträts

Band II: Bild und Tod. Grundfragen der Bildanthropologie II

V. Spuren und Verschiebungen
Andrea De Santis: Die Fassung des Vergehenden. Zur Verflechtung von Bild und Tod – Bernhard Waldenfels: Zeitverschiebung und Bildverschiebung – Ungleichzeitigkeiten des Lebens – Christiane Voss: Zum Verhältnis von ästhetischer Lebendigkeit und Sterblichkeit – Georg Bertram: Spuren von Spuren. Über Leben und Tod im ästhetischen Bild – Jens Wolff: Fabeln der Finalfiguren. Porträtkunst der Gegenwart mit Immendorff, dem Wanderer/seinem Schatten und Houellebecq

VI. Negationen und Apophatik
Burkhard Liebsch: Im Vorübergehen. Tod(e) und Bild(er): Diachronie des Anderen und Regimes des Sichtbaren – Florian Bruckmann: Und nichts dahinter. Zur Bildhaftigkeit des Seins und dem Schleier des Todes – Arne Grøn: Unanschaulich. Tod, Zeit, Antlitz – Philipp Stoellger: Zwischen Schatten und Transfiguration. Konstellationen von Bild und Tod im Blick auf eine apophatische Bildtheorie

VII. Kreuzigung und Defiguration
Dirk Westerkamp: Das gelotheologische Bilderverbot – Reinhard Hoeps: »Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrten« (Joh 19,37). Das Kreuz Jesu als Ursprung der christlichen Kunst – Günter Bader: Das Bild des Gekreuzigten als Text und Bild. Ein Versuch – Markus Mühling: Der Tod des Bildes und der Tod des Bildes des unsichtbaren Gottes – Philipp Stoellger: Macht und Ohnmacht des Bildes angesichts des Todes. Figurationen des Todes bei Luther, Holbein, Bruegel und Hirst
Personen

Philipp Stoellger Geboren 1967; Studium der Ev. Theologie und Philosophie in Göttingen, Tübingen und Frankfurt a.M.; 1999 Promotion; 2006 Habilitation; seit 2015 Lehrstuhl für Systematische Theologie: Dogmatik und Religionsphilosophie der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg.

Jens Wolff Geboren 1968; Studium der Ev. Theologie in Bielefeld, Tübingen, Halle/Saale und München; 2003 Promotion; diverse DFG-Projekte; 2015 Habilitation; Privatdozent an der Universität Rostock.

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