Der Oberste Gerichtshof für die Britische Zone und die Aufarbeitung von NS-Unrecht 978-3-16-159170-9 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Juliane Ohlenroth

Der Oberste Gerichtshof für die Britische Zone und die Aufarbeitung von NS-Unrecht

Unter besonderer Berücksichtigung der Bedeutung für die Fortentwicklung der Strafrechtsdogmatik

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Leinen
ISBN 978-3-16-159170-9
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Die Bilanz der Strafverfolgung von NS-Verbrechen durch westdeutsche Gerichte ist ernüchternd. Juliane Ohlenroth zeigt auf, dass die Urteilspraxis des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone im Kontrast zur Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der zeitgenössischen Lehre eine angemessenere strafrechtliche Aufarbeitung von NS-Unrecht ermöglicht hätte.
Die Bilanz der Aufarbeitung von NS-Verbrechen durch westdeutsche Gerichte ist ernüchternd. Der Schwerpunkt der Strafverfolgung lag in der unmittelbaren Nachkriegszeit. In der frühen Bundesrepublik hingegen kam es zeitweise fast zu einem Stillstand der Ahndung von NS-Verbrechen. Juliane Ohlenroth analysiert die strafrechtsdogmatischen Grundsätze des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone (1948–1950) zur Aufarbeitung von NS-Unrecht. Dabei untersucht sie die Urteilspraxis anhand der Tatkomplexe NS-Euthanasie, Justizverbrechen, Denunziationen und der Reichspogromnacht und stellt diese in den Kontext der Rechtsprechung der Instanzgerichte und des Bundesgerichtshofs. Die Autorin zeigt auf, dass die Rechtsauslegung des Obersten Gerichtshofs für die Britische Zone im Kontrast zur übrigen westdeutschen Justiz und der zeitgenössischen Lehre eine angemessenere strafrechtliche Aufarbeitung von NS-Verbrechen ermöglicht hätte.
Personen

Juliane Ohlenroth Geboren 1987; Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Augsburg; Erstes juristisches Staatsexamen; Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Risiko- und Präventionsstrafrecht sowie Juristische Zeitgeschichte an der Universität Augsburg; derzeit Rechtsreferendarin im OLG-Bezirk München.

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