Die Richterschaft des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in der Zeit des Nationalsozialismus 978-3-16-153843-8 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Arthur von Gruenewaldt

Die Richterschaft des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main in der Zeit des Nationalsozialismus

Die Personalpolitik und Personalentwicklung

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ISBN 978-3-16-153843-8
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Wie wirkte sich die nationalsozialistische Herrschaft personell im Justizwesen aus? Arthur von Gruenewaldt untersucht am Beispiel des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main die personalpolitischen Maßnahmen zur Schaffung einer regimekonformen Richterschaft. Anhand eines biographischen Ansatzes nimmt er ebenfalls das Verhalten der hohen Justizbeamten gegenüber dem NS-Regime in den Blick.
Die Arbeit wurde mit dem Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz ausgezeichnet.
Die Justiz war funktionaler Bestandteil des nationalsozialistischen Systems. Da sie ihm durch ihre Rechtsprechung Legitimation verschaffte, benötigte das Regime eine in seinem Sinne zuverlässige Richterschaft. Diesem Ziel dienten mehrere neue Gesetze und die Einflussnahme durch das Reichsjustizministerium. Am Beispiel des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main untersucht Arthur von Gruenewaldt, wie ab 1933 aus politischen und rassistischen Gründen Richter entlassen, versetzt und entrechtet, und die frei gewordenen Stellen mit sogenannten Alten Kämpfern, überzeugten Nationalsozialisten oder Karrieristen und Opportunisten besetzt wurden. In ausführlichen Kollektiv- und Einzelbiographien werden Laufbahn und politisches Verhalten der betroffenen hohen Justizbeamten, der Verfolgten wie der Nutznießer, dargestellt. Abschließend gibt der Autor einen Ausblick auf den Neuaufbau der hessischen Justiz nach 1945 und betrachtet die personelle Kontinuität.
Die Arbeit wurde mit dem Fritz Bauer Studienpreis für Menschenrechte und juristische Zeitgeschichte des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz ausgezeichnet.
Personen

Arthur von Gruenewaldt Geboren 1983; Reserveoffizier; Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten Bonn, Lausanne und Münster; Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Frankfurt am Main; 2014 Promotion an der Universität Kiel.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Hessisches Jahrbuch f.Landesgesch. — 2016, 190–191 (Stephan Alexander Glienke)
In: verdikt — 14 (2015), 26–27 (Hans-Ernst Böttcher)
In: Recht und Politik — 2017, 242–247 (Herbert Mandelartz)
In: Zeitschr. integrativer europ. RechtsG (ZIER) — http://www.koeblergerhard.de/ZIER-HP/ZIER-HP-05–2015-Inhaltsverzeichnis.htm (11/2015) (Gerhard Köbler)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Germanistische Abteilung) — 2017, 528–530 (Michael Löffelsender)
In: Zeitschr.f. Neuere RechtsG — 2016, 167–169 (Arno Buschmann)
In: Staatsanzeiger für das Land Hessen — 2019, 391 (Jens-Daniel Braun)