Rechtswissenschaft

Alexander Graser

Gemeinschaften ohne Grenzen?

Zur Dekonzentration der rechtlichen Zugehörigkeiten zu politischen Gemeinschaften

2009. XVIII, 387 Seiten.

Jus Publicum 178

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ISBN 978-3-16-151259-9
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Die integrierende Kraft des Rechts, und insbesondere die eines gebündelten Staatsbürgerstatus, sind Standardthemen der staatswissenschaftlichen Literatur. Alexander Graser untersucht, was geschieht, wenn dieser Staatsbürgerstatus zerfällt. Droht dann die Desintegration politischer Gemeinschaften? Und mithin auch eine Delegitimation der öffentlichen Gewalt?
Die integrierende Kraft des Rechts, und insbesondere die eines gebündelten Staatsbürgerstatus, sind seit langem Standardthemen der staatswissenschaftlichen Literatur. In neuerer Zeit jedoch zeichnet sich ab, dass der Staatsbürgerstatus allmählich zerfällt. Mit diesem Zerfallsprozess und seinen drohenden Folgen befasst sich Alexander Graser. Im Zentrum seiner Untersuchung steht eine knappe rechtswissenschaftliche Betrachtung. Deren Gegenstand sind jene subjektiven Rechtspositionen, die verknüpft sind mit der Zugehörigkeit zu verschiedenen politischen Gemeinschaften – von der Gemeinde bis in den supranationalen Raum. Noch vor wenigen Jahrzehnten war eine weitgehende Konzentration dieser Positionen im Status der nationalen Zugehörigkeit zu verzeichnen. Heute lässt sich eine umgekehrte Tendenz ausmachen: Die rechtlichen Inhalte des Staatsbürgerstatus schwinden, ohne sich in der Hülle irgendeines anderen Zugehörigkeitsstatus neu zu bündeln. Der Autor beschreibt diese Dekonzentration, mitsamt der Mechanismen, die sie vorantreiben, und eröffnet damit eine individualrechtliche Perspektive auf den viel beschworenen Niedergang des Nationalstaats. Darüber hinaus widmet er sich der soziologischen Deutung dieses Befundes, leuchtet den sozialwissenschaftlichen Hintergrund seiner juristischen Analyse aus und zeigt die möglichen Konsequenzen der Dekonzentration auf: eine Desintegration politischer Gemeinschaften und eine Delegitimation der öffentlichen Gewalt.
Personen

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Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Juristenzeitung — 2009, 848–849 (Winfried Brugger)
In: Zeitschr.f.Rechtssoziologie — 2009, 263–267 (Wolfgang Spellbrink)
In: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (ZaöRV) — 2011, 181–186 (Diana Zacharias)
In: Der Staat — 2009, 459–462 (Gerd Roellecke)
In: European Law Journal — 2011, 277–279 (Markus Kotzur)