Krieg ohne Schaden 978-3-16-153570-3 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Dominik A. Thompson

Krieg ohne Schaden

Vertragsstreitigkeiten und Haftpflichtprozesse im Kontext von Kriegswirtschaft und Amtshaftungskonjunktur ausgehend von der Rechtsprechung des Landgerichts Bonn während des Zweiten Weltkrieges (1939–1945)

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fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-153570-3
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Während des Zweiten Weltkrieges wurde vor dem Landgericht Bonn niemand anderer als das Deutsche Reich selbst am häufigsten verklagt – und verlor öfter als andere. Dominik A. Thompson zeigt, dass dies nicht trotz, sondern gerade wegen der nationalsozialistischen Politik eines »totalen Krieges« geschah.
Das NS-Regime zielte von Anfang an darauf ab, während des Zweiten Weltkriegs im Bereich des alltäglichen Wirtschaftens der nicht verfolgten Bevölkerungsmehrheit an der »Heimatfront« von vornherein jene Probleme zu vermeiden, von denen anhand der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg eine Wiederkehr erwartet wurde. Unter anderem Preis- und Marktregulierung, Kriegsverfahrensrecht und eine äußerst weit gefasste Reichshaftung für Kriegsschäden sorgten dafür, dass eine Reihe von Themen gar nicht oder nur auf Umwegen der Gegenstand von Zivilprozessen vor Ort werden konnten. Bei Schadensersatzprozessen und besonders bei Verkehrsunfällen mit Wehrmachtbeteiligung war dies jedoch anders: Hier wurde die schon vor Kriegsbeginn nachweisbare Tendenz, die Amtshaftung im als »unpolitisch« deklarierten Bereich auszubauen, zum Sprungbrett dafür, die im übrigen Rechtssystem verankerte Kriegsfolgenkompensation in Zivilurteilen nachzubilden, ohne dass dies vom Regime explizit angeordnet worden wäre. Dominik A. Thompson liefert unter anderem die erste juristisch fundierte Darstellung des Kriegssachschädenrechts.
Personen

Dominik A. Thompson Geboren 1977; Studium der Rechtswissenschaften in Wien und Poitiers; 2002–06 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Wien, 2007–1o an der Universität zu Köln; 2011 Gerichtspraxis im Sprengel des OLG Wien; seit 2012 Rechtsanwaltsanwärter in Wien.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Rheinische Vierteljahresblätter — 2018, 340–341 (Patrick Bormann)
In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung G — 2017, 513–515 (Benjamin Lahusen)
In: Zeitschr. integrativer europ. RechtsG (ZIER) — http://www.koeblergerhard.de/ZIER-HP/ZIER-HP-06–2016-Inhaltsverzeichnis.htm (Gerhard Köbler)
In: H-Soz-u-Kult — http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2018–1-179 (3/2018) (Hubert Seliger)