Kriegsfolgenbewältigung in der Rechtsprechung 978-3-16-154866-6 - Mohr Siebeck
Rechtswissenschaft

Kristina Busam

Kriegsfolgenbewältigung in der Rechtsprechung

Der Umgang mit kriegsbedingt veränderten Umständen in der Zivilrechtsjudikatur des Landgerichts Bonn nach dem Zweiten Weltkrieg

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ISBN 978-3-16-154866-6
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In den unmittelbaren Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Währungsreform war die alltägliche Zivilrechtsjudikatur durch ein kriegsfolgenbedingtes Auseinanderfallen von Gesetz und Wirklichkeit geprägt. Kristina Busam zeigt, dass die Richter bei der Bewältigung dieser Ausnahmesituation auf unterschiedlichen Wegen zu teils grundlegend unterschiedlichen Ergebnissen gelangten.
Ein Großteil der in der Zivilrechtsjudikatur der letzten Reichsmarkzeit bis zur Währungsreform zu bewältigenden Kriegsfolgen resultierte aus den bis zuletzt durch die gestaute Inflation gekennzeichneten Wirtschaftsverhältnissen und dem dadurch bedingten Auseinanderfallen von Gesetz und Wirklichkeit. Gleichzeitig fehlten ein richtungsweisendes oberstes Revisionsgericht und eine die Nachkriegsbedingungen berücksichtigende Rechtsetzung.
Durch eine Analyse der Rechtsprechung des Landgerichts Bonn aus den drei unmittelbaren Nachkriegsjahren und die Berücksichtigung vergleichender Aspekte zeigt Kristina Busam, dass die Richter nicht nur inter-, sondern auch intragerichtlich zu unterschiedlichen Ergebnissen bei der Bewältigung der kriegsbedingt veränderten Umstände gelangten. Die Autorin weist nach, dass die Richter hierbei insbesondere bereits gefestigte Rechtsinstitute sowie vertraute Argumentationsmuster und Auslegungsmethoden heranzogen, aber auch eine grundsätzliche Bereitschaft zum Beschreiten neuer dogmatischer Wege bestand.
Personen

Kristina Busam Geboren 1982; Studium der französischen Sprache am IIEF an der Universität Straßburg; danach Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln; wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Neuere Privatrechtsgeschichte, Deutsche und Rheinische Rechtsgeschichte der Universität zu Köln; seit 2013 Rechtsreferendarin an den Landgerichten Bonn und Köln.

Rezensionen

Folgende Rezensionen sind bekannt:

In: Zeitschrift d.Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte (Germanistische Abteilung) — 2018, 469–471 (Werner Schubert)
In: H-Soz-u-Kult — http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2018–1-179 (3/2018) (Hubert Seliger)