RabelsZ und Subscribe-to-Open: Anpassungen zur langfristigen Sicherung von Open Access
Seit 2024 erscheint Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht (RabelsZ) im Modell Subscribe-to-Open (S2O). Dieses Modell ermöglicht es, aktuelle Jahrgänge nach dem Goldstandard des Open Access unter einer Creative-Commons-Lizenz öffentlich zugänglich zu machen, ohne Publikationsgebühren von Autorinnen und Autoren zu verlangen. Finanziert wird dies durch die Unterstützung der Bibliotheken und Institutionen, die ihre bestehenden Abonnements aufrechterhalten oder als neue Förderer hinzukommen. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht als Herausgeber sind wir weiterhin überzeugt, dass S2O ein vielversprechender Weg ist, wissenschaftliche Exzellenz, Nachhaltigkeit und Offenheit miteinander zu verbinden. Auf der Grundlage der bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung von S2O werden wir zum 15. September 2026 einige Anpassungen vornehmen, die dazu dienen sollen, die langfristige Tragfähigkeit des Modells für RabelsZ zu sichern.
Wie funktioniert Subscribe-to-Open?
Subscribe-to-Open bedeutet, dass der aktuelle Jahrgang einer Zeitschrift im Open Access veröffentlicht wird, wenn eine ausreichende Zahl von Bibliotheken und Institutionen ihre Abonnements fortführt. Die Inhalte sind dann weltweit frei zugänglich, wobei für Autorinnen und Autoren keine Publikationsgebühren anfallen. Das Modell verbindet die Vorteile von Open Access mit einer nachhaltigen Finanzierung durch bestehende Bibliotheksbudgets. Voraussetzung für die Funktionsfähigkeit des Modells ist allerdings, dass ein Abonnement selbst dann als wertvoll wahrgenommen wird, wenn die aktuellen Inhalte ohne die Notwendigkeit eigener Abonnements frei zugänglich sind.
Weitere Informationen zu unserem S2O-Angebot finden Sie auf unserer Informationsseite zu Open Access.
Was haben wir gelernt?
Die Einführung von S2O ist für die gesamte Wissenschaftskommunikation weiterhin ein Lernprozess. Viele Verlage, Bibliotheken und wissenschaftliche Einrichtungen sammeln derzeit Erfahrungen mit neuen Open-Access-Modellen und entwickeln diese kontinuierlich weiter.
Im Fall der RabelsZ hatten wir uns 2024 entschieden, zusätzlich zum aktuellen Open-Access-Jahrgang auch das gesamte historische Archiv auf JSTOR frei zugänglich zu machen – auch weil JSTOR nur zwei Varianten des Zugangs ermöglicht: Entweder steht eine gesamte Zeitschrift hinter der Paywall (einschließlich OA-Content), oder alle Jahrgänge sind offen verfügbar – wofür wir damals optiert hatten. Diese Entscheidung ging über die Logik des S2O-Modells hinaus bzw. konterkarierte sie sogar. Denn während S2O darauf abzielt, aktuelle Forschung offen zugänglich zu machen, bleibt der Zugriff auf umfangreiche Archivbestände üblicherweise Teil des Mehrwerts eines institutionellen Abonnements. Die vollständige Öffnung des Archivs hat dazu geführt, dass manche Einrichtungen den Nutzen eines Abonnements geringer einschätzten und in der Folge die Abonnementzahlen zurückgingen. Damit geriet ausgerechnet die Grundlage unter Druck, auf der die Open-Access-Veröffentlichung der aktuellen Jahrgänge beruht.
Unsere Erfahrungen zeigen daher, dass die nachhaltige Finanzierung von S2O eine sorgfältige Balance zwischen Offenheit und langfristiger wirtschaftlicher Tragfähigkeit erfordert.
Welche Änderungen werden zum 15. September 2026 umgesetzt?
JSTOR
RabelsZ wird auf JSTOR künftig wieder nach dem etablierten Modell hinter der Paywall (und dort mit einem Embargo von fünf Jahren) angeboten. Auf Grund der o.g. technischen Besonderheit werden sich bei JSTOR auch die S2O-Jahrgänge ab 2024 im Closed-Access befinden. Dieses Vorgehen entspricht der Praxis anderer S2O-Titel auf dieser Plattform.
Ausbau des Archivs in der Mohr Siebeck eLibrary
Gleichzeitig werden wir das digitale Archiv der RabelsZ in der Mohr Siebeck eLibrary, welches bislang nur die Jahrgänge ab 2001 umfasste, um alle Jahrgänge zurück bis 1919 vervollständigen (einschließlich der Vorgängertitel). Abonnierende Institutionen erhalten automatisch Zugriff auf diesen deutlich erweiterten historischen Bestand, ohne zusätzliche Kosten. So stärken wir den Mehrwert eines Abonnements und schaffen eine stabilere Grundlage für die Fortführung des S2O-Modells.
Klarstellung in Bezug auf die Nachnutzungsrechte älterer Inhalte
Für Archivinhalte aus der Zeit vor Einführung von S2O wurden im Zuge der Umstellung die bisher ausgewiesenen Creative-Commons-Lizenzen überprüft, mit dem Ergebnis, dass hier teilweise nachgebessert werden muss. Die Lizenzen wurden seinerzeit im Bestreben einer möglichst einfachen Nachnutzungsmöglichkeit des gesamten Archivs hinterlegt. Da diese Inhalte ursprünglich nicht im Rahmen von S2O veröffentlicht wurden, wurden zunächst pauschal CC-Lizenzen angebracht, was jedoch in dieser Form nicht ohne weiteres möglich war und daher nun korrigiert werden muss. Weiterhin CC-lizenziert sind selbstverständlich die im Rahmen von S2O veröffentlichten Open-Access-Jahrgänge ab 2024 (diese werden in der Mohr Siebeck eLibrary dauerhaft im OA frei zugänglich sein) sowie alle Beiträge vor 2023, die auf der Grundlage von Article Processing Charges unter freier Lizenz veröffentlicht wurden.
Unser Ziel bleibt Open Access
Diese Maßnahmen stellen keine Abkehr von Open Access dar. Im Gegenteil: Sie sollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass RabelsZ auch künftig und dauerhaft aktuelle Forschung im Rahmen von Subscribe-to-Open frei zugänglich veröffentlichen kann.
Wir bedanken uns bei den Bibliotheken, Autorinnen und Autoren sowie Leserinnen und Lesern, die dieses Modell unterstützen. Ihr Engagement ist entscheidend dafür, dass hochwertige rechtswissenschaftliche Forschung nachhaltig offen zugänglich gemacht werden kann.
Bibliotheken und Institutionen, die die Zukunft des S2O-Modells für RabelsZ unterstützen möchten, bitten wir herzlich, ihr Abonnement fortzuführen beziehungsweise neu abzuschließen.
Unser Engagement für Open Access
Die Förderung eines nachhaltigen und fairen Open-Access-Ökosystems bleibt ein zentrales Anliegen von Mohr Siebeck. Wir sind daher Partner verschiedener Open-Access-Initiativen, darunter eine Vereinbarung zur Open-Access-Publikation von Büchern mit der Max Planck Digital Library sowie der erste R&P-Vertrag der Universität Wien, welcher auch Bücher einschließt.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an journals@mohrsiebeck.com.