Leonhard Hübner

Die Zweispurigkeit des europäischen IPR

Zur Transformation klassischer Kollisionsrechtsdogmatik durch europäisches Regulierungsrecht
Rubrik: Online First
S. 1-31 (31)
Publiziert 13.07.2026
DOI 10.1628/rabelsz-2026-0024
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  • 10.1628/rabelsz-2026-0024
Beschreibung
Der Beitrag diagnostiziert eine strukturelle Zweispurigkeit des europäischen Internationalen Privatrechts: Neben dem klassischen Koordinations-IPR (Rom I-III), das verschiedene Rechtsordnungen als gleichrangig koordiniert, ist ein Regulierungs-IPR (DSGVO, DSA, CSDDD) entstanden, das europäische Standards gezielt auch gegenüber Drittstaaten durchsetzt. Unter dem Begriff der Lebenslügen werden sechs klassische Dogmen - Neutralität, Allseitigkeit, Entscheidungseinklang, Normstruktur, Trennung vom öffentlichen Recht und vom IZVR - dekonstruiert: Sie gelten weiterhin für das Koordinations-IPR, werden aber zu Fehlbewertungen, wenn sie undifferenziert als universeller Maßstab auch an das Regulierungs-IPR angelegt werden. Der Beitrag entwickelt Zuordnungskriterien für beide Spuren und plädiert für eine kritisch-konstruktive Begleitung der regulativen Instrumentalisierung des Kollisionsrechts.